Tu-154-Absturz
Flugschreiber geborgen

Moskau. Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz vor der russischen Schwarzmeerküste mit 92 Toten haben Experten mit der Auswertung des Hauptflugschreibers begonnen. Das sagte Verkehrsminister Maxim Sokolow am Dienstag der Agentur Ria Nowosti.

Der Flugdatenrecorder aus der Tupolew Tu-154 des russischen Verteidigungsministeriums wurde nachts aus dem Meer geborgen. Im Lauf des Tages hoben Bergungsmannschaften ein großes Heckteil mit den zwei anderen Blackboxes der Maschine. Auch diese seien nach erstem Augenschein in gutem Zustand. "Das Flugzeug ist in mehrere Teile zerfallen", sagte Sokolow. Die Maschine war am Sonntag kurz nach dem Start vom Flughafen Adler bei Sotschi auf dem Flug nach Syrien abgestürzt. An Bord waren mehr als 60 Sänger und Tänzer des Alexandrow-Armeechores, die ums Leben kamen. Bei der Suche vor der Küste Sotschis wurden seit Sonntag 16 Leichen geborgen, zu denen offenbar auch der Pilot zählt. Am Montag hatten die Agenturen Interfax und Tass den Fund Dutzender Leichenteile gemeldet - ohne offizielle Bestätigung.

Weder an Trümmern noch an den Toten seien Spuren von Sprengstoff gefunden worden, zitierte Interfax einen nicht genannten Behördenvertreter. "Deshalb gibt es derzeit nichts, worauf sich die Version eines Terroranschlags stützen könnte", sagte der Experte. Die Ermittler gehen von technischem Versagen oder einem Pilotenfehler aus. Ein Beobachter auf einem Grenzschutzboot nahe Adler will laut Medien gesehen haben, dass die Tupolew nach dem Abheben in einen Steilflug gesteuert wurde und abstürzte. Als Auswirkung legte das Verteidigungsministerium seine Tu-154-Maschinen bis zur Klärung der Unglücksursache still.
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