US-Politskandal: "Barry Seal: Only In America" kurzweilig verfilmt
Satire um Drogenschmuggler

London. Vor 31 Jahren wurde der Pilot Barry Seal in Baton Rouge (Louisiana) auf offener Straße erschossen. Die Täter waren Mitglieder des berüchtigten Medellín-Kartells aus Kolumbien, für das Seal zuvor Drogen in die USA geschmuggelt hatte. Eigentlich sollte er als Zeuge gegen das Kartell aussagen - und über die Beteiligung von FBI und CIA an den kriminellen Machenschaften. Warum Seal nicht in einem Zeugenschutzprogramm war, bleibt ein Rätsel. Die Verschwörungstheorien halten sich bis heute.

Der Film "Barry Seal: Only in America" von US-Regisseur Doug Liman ("Die Bourne Identität") mit Tom Cruise in der Hauptrolle erzählt auf Basis der wahren Ereignisse die absurde Geschichte Seals, der letztlich dank Unterstützung der Regierung von US-Präsident Ronald Reagan in den 80er Jahren Millionen Dollar verdiente, indem er in großem Stil Drogen ins Land brachte.

Anfangs erinnert Seals rasanter Aufstieg als Drogenschmuggler in einigen Szenen an "Scarface" (1983). Doch während "Scarface" ein bitterböses Drama ist, bleibt "Barry Seal" auch in dramatischen Szenen eher eine Abenteuerkomödie. Regisseur Liman hat die absurde Geschichte als launigen, sonnigen Unterhaltungsfilm mit vielen Lachern inszeniert. Darin liegt aber zugleich der größte Kritikpunkt. Dass Seals Drogengeschäfte wie ein cooles Abenteuer wirken, kann man auch skeptisch sehen. Womöglich wäre ein Drama dem Skandal um Seal besser gerecht geworden als diese - zugegeben - kurzweilige und unterhaltsame Satire.

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Regie: Doug Liman - Mit Tom Cruise, Sarah Wright, Domhnall Gleeson - 115 Minuten - frei ab 12 Jahren
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