20.11.2002 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vereidigter Sachverständiger informiert bei Volkshochschule über die oft folgenschweren ... Falscher Zahnersatz kann krank machen

von Redaktion OnetzProfil

Eschenbach. (mül) Der mündige Patient sollte beim Zahnarzt mindest ebenso kritisch sein wie beim Autokauf: Arno Kuhnlein, ganzheitlich orientierter Zahntechnikermeister und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Oberfranken, informierte bei der Volkshochschule über das Thema Zahnersatz und mögliche Nebenwirkungen.

Nach eigener Aussage setzte bei Kuhnlein das Umdenken auf ganzheitliche Betrachtungsweise beim Zahnersatz vor acht Jahren ein, als seine einjährige Tochter an Neurodermitis erkrankte. Eine naturheilkundliche Untersuchung brachte es an den Tag: Schwermetallausschüttung (Quecksilber, Silber, Kobalt, Nickel), wahrscheinlich übertragen durch die als Zahnarzthelferin arbeitende Mutter.

Störfelder im Mund

"Zahnfüllungen aus Amalgam sind ein Verbrechen an der Menschheit!", wetterte der Referent, der in Steinwiesen bei Kronach beheimatet ist. Deshalb rate er jeder schwangeren Frau, diese entfernen zu lassen. Das müsse aber unter bestimmten Schutzmaßnahmen und in Etappen erfolgen.

Zahnersatz sollte auf keinen Fall aus Amalgam oder Palladium bestehen, die im Körper galvanische Elemente bilden. Bei mehr als einem Metall entstünden so genannte Elektrolyte, die Ströme im Mundbereich entwickelten. Dadurch könnten Gehirnströme gestört werden, was Kopfschmerzen verursache.

Viele Menschen seien Silber- oder Goldallergiker. Palladium könne zu Vergiftungserscheinungen führen (Juckreiz, Reizbarkeit, Depression). Kobalt und Chrom (etwa in Brücken und Spangen) würden ebenfalls nicht von allen Patienten vertragen. Nickel löse häufig Allergien aus, führe zu Ängstlichkeit und Zittrigkeit.

Auch bei Kunststoffen ist laut Arno Kuhnlein Vorsicht geboten. Licht- oder kalthärtende, stark monomerhaltige Kunststoffe bereiteten oft Mund- und Zungenbrennen sowie Magen- und Darmprobleme. Beim Zahnersatz sollte nichts verwendet werden, was nicht vorher auf persönliche Verträglichkeit getestet wurde. Der so genannte LTT-Test, von Umweltmedizinern und Laborärzten ausgeführt, gebe darüber Auskunft. Neu entwickelte, keramische Werkstoffe seien im Allgemeinen eine gute Alternative.

Mehr denn je sei die Eigenverantwortung des Einzelnen gefragt. Der Referent verschwieg jedoch nicht, dass die Finanzierung metallfreier Werkstoffe ein Problem darstelle, weil Krankenkassenpatienten nur Metalle erhielten: "Wem die eigene Gesundheit etwas wert ist, wird die Kosten auf sich nehmen und selber zahlen oder eine Zusatzversicherung abschließen."

Giftfabrik toter Zahn

Anschließend befasste sich Kuhnlein kritisch mit der Behandlungsmethode mancher Schulmediziner, die Zahnbehandlung nicht ganzheitlich sähen. So sei es Standard, tote Zähne nach der Nerventfernung um jeden Preis zu erhalten. Sie stellten jedoch Fremdkörper dar, die abgestoßen würden. Folge seien Erkrankungen der Gefäße, der Gelenke oder der Muskeln. Auch die Bildung von Immunkörpern sei möglich, die den Organismus allergisch sensibilisierten. Arno Kuhnlein behauptete sogar, ein Drittel aller Erkrankungen sei zahnbedingt. Nach der chinesischen Naturheillehre stünden die Zähne über Meridiane mit den Organen in Verbindung und dürften nicht isoliert gesehen werden.

Brücken seien heute auch aus metallfreiem Kunststoff möglich. "Die Krankenkassen zahlen jedoch nur den Trabi, nicht den Mercedes." Zahnprothesen müssten im so genannten Heißpressverfahren hergestellt werden, ansonsten könnten Schwierigkeiten im Verdauungstrakt auftreten. Um bei Brücken und Prothesen Kieferverschiebungen zu vermeiden, seien computergesteuerte Kiefervermessungen empfehlenswert, allerdings seien diese teuer. Zahnimplantate, der letzte Schrei der Zahnmedizin, lehnt Arno Kuhnlein aus naturheilkundlicher Sicht ab.

Zum Abschluss machte er deutlich, Zahnbehandlung und erst recht Zahnersatz müssten Vertrauenssache zwischen den Patienten, den Zahntechnikern und den Zahnärzten sein, denen er insgesamt gute Arbeit bescheinigte. Größte Aufmerksamkeit bei der Planung einer Gebisssanierung müsse auf die Erhaltung lebender, vitaler Pfeilerzähne gelegt werden. Bei der Restauration seien möglichst metallfreie Lösungen zu wählen. Wenn die Verwendung von Metall unvermeidbar ist, sollte durch die Elektroakupunktur das speziell für jeden Patienten geeignete Zahnmaterial vorher ausgetestet werden. Insgesamt sollten auch in der Zahnmedizin Schulmedizin und Naturheilkunde zum Nutzen des Patienten besser zusammenarbeiten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.