Verlagsmitarbeiterin zeigt Bild-Herausgeber an
Kai Diekmann: Sexuelle Belästigung?

Kai Diekmann. Bild: dpa

Potsdam. Kai Diekmann, derzeit noch Herausgeber der "Bild"-Gruppe, sieht sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge mit dem Vorwurf sexueller Belästigung konfrontiert. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam sagte am Freitag auf Anfrage, dass eine Anzeige eingegangen sei und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Der Vorwurf werde nun geprüft. Laut dem "Spiegel"-Bericht wirft eine Mitarbeiterin des Springer-Verlags Diekmann vor, sie nach einer Tagung in Potsdam im Sommer beim Baden belästigt zu haben. Diekmann bestreitet das.

Sein Rechtsanwalt Otmar Kury teilte mit: "Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos, und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden." Springer-Sprecherin Edda Fels sagte der dpa, sie könne die Angaben des Nachrichtenmagazins bestätigen.

Springer habe die Vorwürfe mit Hilfe externer Rechtsexperten untersucht und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln kein strafbares Verhalten Diekmanns festgestellt. "Die Ergebnisse haben wir mit Einverständnis von Herrn Diekmann an die Staatsanwaltschaft zur rechtsverbindlichen Klärung weitergegeben. Dort wird der Vorgang untersucht."

Nach Angaben des "Spiegel" erfolgte die Anzeige der Mitarbeiterin gegen Diekmann unmittelbar nach Weitergabe dieser Ergebnisse. Die Anwältin der Springer-Mitarbeiterin war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zwischen den Vorwürfen und der Entscheidung Diekmanns, das Unternehmen Ende Januar zu verlassen, gibt es Fels zufolge keinen ursächlichen Zusammenhang. Ein Beleg dafür sei, dass der 52-Jährige den Entschluss schon vor über einem Jahr gefasst habe.
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