23.08.2017 - 21:10 Uhr
Deutschland & Welt

Vorfall bleibt Rätsel Blutspuren im U-Boot

Die Eltern der vermissten Schwedin Kim Wall haben nun Gewissheit: Ihre Tochter starb bei einem Interview auf dem U-Boot des Erfinders Peter Madsen. Doch was geschah, bleibt vorerst ein Rätsel. Der Torso ihrer zerstückelten Leiche wurde nun identifiziert.

Das U-Boot des dänischen Ingenieurs Peter Madsen liegt im Hafen von Kopenhagen in einem von der Polizei abgesperrten Bereich. Bild: Jens Dresling/dpa
von Agentur DPAProfil

Kopenhagen. Dänische Ermittler haben im Privat-U-Boot des Raketenbauers Peter Madsen Blutspuren der Schwedin Kim Wall gefunden. Zudem gab die Polizei in Kopenhagen bekannt, dass es sich bei einem angespülten Frauen-Torso eindeutig um die Leiche der gesuchten Journalistin handele. Polizeisprecher Jens Møller Jensen sagte, man habe mit Hilfe einer Zahn- und einer Haarbürste einen DNA-Abgleich machen können. Die Leiche wurde offensichtlich so präpariert, dass sie versinken sollte. Zudem fanden die Ermittler im U-Boot des Raketenbauers Blutspuren von Wall.

Rechtsmediziner hätten festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das die Tote vermutlich am Meeresboden hätte halten sollen. Außerdem seien zahlreiche Verletzungen am Torso festgestellt worden, durch die vermutlich Luft und Gase entweichen sollten, damit ein Auftreiben verhindert wird.

Zur Todesursache könne man noch keine Angaben machen, sagte der Sprecher weiter, weil die Obduktion wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig sei. Der U-Boot-Eigner Peter Madsen, der wegen Verdacht auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft sitzt, sei noch nicht zu den neuesten Ermittlungsergebnissen befragt worden. Seine Anwältin sagte der Zeitung "BT", der Fund des Torsos ändere nichts an der Erklärung ihres Mandanten, Kim Wall sei durch ein Unglück an Bord des U-Bootes ums Leben gekommen.

Polizeisprecher Møller Jensen wollte nicht näher auf die Aussage Madsens eingehen. Man habe aber nach einer Leiche gesucht und nicht erwartet, einen Torso zu finden.

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