26.09.2017 - 13:03 Uhr
Deutschland & Welt

Was bringen Zahnseide und Interdentalbürsten? Am seidenen Faden



Neben Zahnbürsten und Zahnpasta bietet der Handel eine Vielfalt weiterer Hilfsmittel für eine gründliche Zahnpflege. Wir stellen die wichtigsten vor.

von Gesund & VitalProfil

Zahnseide

Bei diesem Produkt für die Pflege der Zahnzwischenräume ist mittlerweile das Angebot groß und ermöglicht eine individuelle Auswahl.

Angeboten wird Zahnseide

• in Form eines dünnen seidigen Fadens (daher der Name, obwohl es sich nicht um Seide, sondern um eine spezielle Kunstfaser handelt),

• in Form von zusätzlich gewachster und glatter Zahnseide – mit und ohne Aroma (zum Beispiel Pfefferminze) und Fluoriden,

• in Form von plustrigen, leicht aufgerauten Fäden („Superfloss“),

• in Form von Bändern („tape“),

• in Form von abwechselnd dünnen, festen Fäden und dicken, aufgerauten Bereichen speziell für Zahnbetterkrankungen, aber auch für größere Zahnzwischenräume.

Zahnzwischenraumbürstchen

Diese Hygienehilfsmittel sind sehr nützlich. Sie erledigen die gleiche Aufgabe wie die Zahnseide, nämlich die Reinigung der Zahnzwischenräume. Aber: Das können sie meist besser als die Fäden. Viele Menschen bekommen mit den runden Bürstchen, die einem „Mini-Flaschenreiniger“ ähneln, den Bereich zwischen ihren Zähnen damit deutlich sauberer. Zahnzwischenraumbürstchen werden vor allem dann empfohlen, wenn sich ein Patient in einer Parodontal(Zahnfleisch)-Behandlung befindet. Die winzigen Borsten kommen noch besser an versteckte Zahnbeläge als die Zahnseide. Solche Zahnzwischenraumbürstchen gibt es in unterschiedlichen Stärken für unterschiedlich große Bereiche zwischen den Zähnen. Erhältlich sind sie in Apotheken oder in Drogerien.

Bevor man zugreift, ist eine Beratung beim Zahnarzt oder Prophylaxehelfer notwendig: Wenn die Größe nicht die richtige ist und man nicht gelernt haben, wie man sie zwischen die Zähne führt, kann bei unsachgemäßer Handhabung leicht das Zahnfleisch verletzt werden. Möglicherweise sind sogar unterschiedliche Stärken für unterschiedliche Bereiche im Mund notwendig. Zahnzwischenraumbürstchen sind keine Wegwerfartikel, das Borstenbüschel lässt sich auswechseln. Allerdings sind sie zu zart und deshalb zu empfindlich, um mehrere Wochen zu halten.

Zahnhölzchen

Solche Hölzchen erinnern optisch ein wenig an Zahnstocher, aber das sind sie nicht wirklich und es wird auch nicht wirklich gestochert. Zahnhölzchen sind aus splitterarmem Holz, besitzen einen dreieckigen Querschnitt und sind an der Spitze so abgerundet geformt, dass sie das Zahnfleisch nicht pieksen und verletzen.

Manche Sorten sind mit Fluorid getränkt. Diese Hölzchen sind günstig für unterwegs, um unappetitliche Speisereste aus den Zähnen zu entfernen, reichen aber nicht in die Zahnzwischenräume und reinigen die Zähne auch nicht von Belägen. Sie sind ein zusätzliches Hilfsmittel, aber ersetzen nicht Zahnbürste und Zahnseide.

Munddusche

Manche Menschen schwören auf ihre Munddusche und fühlen sich erst danach wirklich richtig erfrischt im Mund. Eine Munddusche ist vor allem Geschmackssache. Sie entfernt grobe Essensreste, reinigt aber die Zähne nicht von Zahnbelägen. Eine Munddusche ersetzt also nicht die Zahnbürste.

Ob ein solches Gerät im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt auch vom generellen Zustand der Mundgesundheit ab. Am Besten man fragt vor der Anschaffung den Zahnarzt. Wenn der Wasserstrahl im Mund einfach nur Spaß macht, ist auch das ein akzeptabler Grund für die Anschaffung, denn in der Regel schadet die Munddusche nicht. Außerdem: Mundpflege ist ja nicht nur Pflicht, sondern soll auch ein gutes Gefühl vermitteln und im besten Fall sogar Spaß machen!

Mundspülungen und Mundspüllösungen

Die Bezeichnung klingt sehr ähnlich, aber es geht um unterschiedliche Produkte: Mundspülungen dienen der Frische und Hygiene, liefern einen appetitlichen Geschmack und spülen grobe Essensreste weg. Mundspüllösungen sind Medikamente, vor allem antibakterielle, die besonders bei Zahnfleischerkrankungen zur Bekämpfung der Bakterienbesiedelung in Zahnfleischtaschen eingesetzt und bei entsprechender Indikation vom Zahnarzt verschrieben werden.

Zungenschaber

Zungenschaber entfernen Beläge von der Zunge. Untersuchungen haben ergeben, dass solche Beläge häufig für anhaltenden Mundgeruch (Halitosis) verantwortlich sind; die für die Entfernung solcher Beläge entwickelten Zungenschaber entfernen sie schonend.

Zahnputz-Uhr

Das ist kein Gerät zum Zähneputzen, aber trotzdem nützlich: Eine kleine Sanduhr zeigt an, wann die empfohlene Putzzeit von rund drei Minuten vorbei ist. So lange dauert es mindestens, bis man alle Zähne im Ober- und Unterkiefer von allen Seiten und dazwischen sauber geputzt hat. Eine derartig intensive Zahnputzaktion ist einmal täglich, vor dem Schlafengehen, ausreichend. Drei Minuten ist auch in etwa die Zeit, die die Fluoride in der Zahnpasta benötigen, um sich in den Zahnschmelz einzulagern. Wer zu früh fertig ist, verschenkt diese starke Hilfe. Auch Kinder lieben die Zahnputzuhr. Sie ist in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich.

Kaugummi

Eine Sonderrolle bei der Reinigung der Zähne spielt der Kaugummi: Zahnärzte empfehlen nach Mahlzeiten, wenn man sich nicht die Zähne putzen kann, das regelmäßige Kauen von zahnfreundlichen (also zuckerfreien) Kaugummis. Aber nicht, weil der Kaugummi selbst für sauberere Zähne sorgt, sondern weil beim Kauen über eine längere Zeit eine größere Menge Speichel produziert wird. Dieser Speichel spült einerseits gröbere Beläge von den Zähnen, hilft aber auch, die zahnschädigende Säure im Mund zu neutralisieren, die vor allem durch zuckerhaltige Nahrungsmittel entstanden ist.

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