Was dahinterstecken kann
Schmerzen im Bauch

(Foto: absolutimages – stock.adobe.com)

Bauchschmerzen können Zeichen für unterschiedlichste Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Harnwege oder anderer Organe sein. Sie können auch seelische Probleme, persönliche Überlastung oder Überforderung widerspiegeln und sind dann Ausdruck einer psychosomatischen Störung.

Unterscheidung von Ober- und Unterbauch

Schmerzen sind wichtige Alarmzeichen, signalisieren, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Bei Bauchschmerzen ist es relativ schwierig, die genauen Ursachen auszumachen, denn hinter diesem unspezifischen Symptom können eine ganze Reihe von Funktionsstörungen und Erkrankungen stecken. Schmerzen im Oberbauch können auf Ernährungsfehler, Erkrankung der Bauchorgane, seelische Belastung, Blinddarmentzündung sowie Herz- und Lungenerkrankungen, die in den Bauchraum ausstrahlen hindeuten. Sind die Schmerzen lokal auf den Unterbauch begrenzt, liegen oftmals Erkrankungen des Dickdarms, Blinddarms, der Harnwege oder bei Frauen der Geschlechtsorgane vor.

Bauch beherbergt zahlreiche Organe

Bauchschmerzen sind ein sehr allgemeines Symptom, über das viele Menschen immer wieder einmal klagen – kein Wunder, beherbergt der Bauch doch zahlreiche Organe: Milz und Nieren zum Beispiel, aber auch Blutgefäße, Nerven und Lymphorgane wie Lymphknoten und Lymphgefäße. In den meisten Fällen jedoch haben diese keine ursächliche Wirkung, vielmehr sind harmlose Auslöser wie eine üppige Mahlzeit, ein Gläschen zu viel am Abend oder die Menstruation auszumachen. Manchmal war es eine verdorbene Speise oder es ist die „Magen-Darm-Grippe“, mit den Begleiterscheinungen Erbrechen und Durchfall. am häufigsten entstehen Bauchschmerzen in den Verdauungsorganen – Magen, Darm, Gallenblase, Gallengang, Bauchspeicheldrüse. Gelegentlich verursacht eine geschwollene Leber ein Druckgefühl im Oberbauch. Im Gegensatz zu ihrer empfindlichen Hülle, der Leberkapsel, ist die Leber selbst kaum schmerzempfindlich.

Psychosomatische Gründe für die Bauchschmerzen

Bei Kleinkindern sind Bauchschmerzen die häufigsten Schmerzen, dabei ist es schwierig, diese immer richtig einzuschätzen, denn die Kleinen beziehen vieles auf den Bauch und können den Schmerz nicht anders beschreiben. Wie bei Erwachsenen, können Bauchschmerzen auch eine Reaktion auf verschiedene psychische Belastungen sein, etwa Angst und Stress. Stress wirkt sich häufig auf den Magen- und Darmtrakt des Menschen aus.

Bauchschmerzen: Wann zum Arzt?

Einen Arzt sollte man immer dann aufsuchen, wenn man den Eindruck hat, dass etwas mit der Gesundheit nicht stimmt: Wenn der Bauchschmerz auch nach ein bis zwei Tagen nicht nachlässt, wenn Bauchschmerzen sehr stark sind oder rasch zunehmen.

Ein sogenannter akuter Bauch ist lebensbedrohlich. Kennzeichen sind häufig erhebliche Bauchschmerzen und eine bei der Tastuntersuchung stark angespannte, druckschmerzhafte Bauchdecke, die sich hart anfühlt. Diese Abwehrspannung weist auf eine Bauchfellreizung oder -entzündung hin. Der Bauch ist oft aufgetrieben. Dazu kommen häufig Alarmsymptome wie beispielsweise anhaltende Übelkeit oder Erbrechen, Kreislaufschwäche, Schock, hohes Fieber. Die Betroffenen müssen notfallmäßig in einer Klinik behandelt werden.

Übersicht über Symptome und mögliche Ursachen:

Oberbauchschmerzen mit gürtelförmiger Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Gelbsucht, Fieber, im weiteren Verlauf Nahrungsunverträglichkeiten, Durchfall und Fettstühle sowie Gewichtsabnahme: Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Häufiger Harndrang mit nur geringer Harnmenge, Brennen, nächtliches Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch: Blasenentzündung.

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, zunächst Schmerzen im Oberbauch, dann Verlagerung in den rechten Unterbauch, Druckempfindlichkeit, häufig Temperaturerhöhung: Blinddarmentzündung.

Unmittelbar oder mit Verzögerung von einigen Stunden nach dem Genuss milchhaltiger Nahrung auftretende Bauchschmerzen, Unwohlsein, Völlegefühl, Durchfälle und vermehrte Blähungen: Laktose-Intoleranz.

Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Fieber, Bauchkrämpfe, Durchfall mit dünnen bis wässrigen Stühlen, zum Teil mit Schleim- und Blutbeimengung: Magen-Darm-Infektion.

Spontan auftretende, stechende Schmerzen im rechten Oberbauch, Bauchschmerzen krampfartig und in Intervallen auftretend, meist Fieber und Schüttelfrost, eventuell Erbrechen: Gallenblasenentzündung.
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