04.04.2018 - 16:56 Uhr
Deutschland & Welt

Was Heuschnupfen-Geplagte jetzt tun können Hatschi! Gesundheit! Von wegen!

Der bitterkalte Winter ist überstanden – und jetzt das wieder: die Pollen fliegen! Für Allergiker bedeutet das Niesen, Fließschnupfen und Augenjucken. Allergien können jeden treffen, und sie sind alles andere als selten. Bis zu 24 Prozent der Deutschen leiden unter den Symptomen eines allergischen Schnupfens, also Heuschnupfen. Betroffene sind ihrem „Schicksal“ jedoch nicht schutzlos ausgeliefert.

von Gesund & VitalProfil

Eigentlich meint es der Körper gut mit uns: weil er eine Gefahr wittert, reagiert er auf einen bestimmten Stoff aus der Umwelt, indem er das Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt. Allerdings kann dies zum Problem werden, dann nämlich, wenn der Stoff gar keine Gefahr für den Menschen darstellt, wie beispielsweise Pollen, Tierhaare oder gewisse Nahrungsmittelbestandteile. Selbst das Tragen einer Uhr, die Anteile von Nickel enthält oder Medikamente können als vermeintliche Gefahr eingestuft werden und teils heftige Reaktionen auslösen. neben juckenden Augen, laufender Nase und Heuschnupfen sind auch schwerwiegendere Reaktionen wie allergisches Asthma oder Neurodermitis möglich.

Die Ursachen einer Allergie, respektive eines Heuschnupfens sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu klären. Es ist möglich, dass der Körper „aus heiterem Himmel“ gegen einen bestimmten Umweltstoff allergisch reagiert, möglich ist aber auch eine erblich bedingte Veranlagung. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten „atopischen Krankheit“. Meist treten Heuschnupfen, allergisches Asthma und Neurodermitis verstärkt in einer Familiengeschichte auf. Für heuschnupfengeplagte gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Bei der ersten Strategie geht es darum, den Kontakt mit Pollen möglichst zu vermeiden. wer nur auf einzelne Arten reagiert, kann diese gezielt umgehen. Wenn jedoch mehrere Arten Beschwerden auslösen, muss die „Flucht“ bis in den Spätsommer angetreten werden. Pollenflug-Kalender helfen dabei, sich auf die Plagegeister einzustellen. Wer das Haus verlässt, schützt seine Augen mit einer Sonnenbrille, die auch an den Rändern möglichst gut abdichtet. Für die Nase gibt es Mittel, die eine Schutzschicht bilden, so dass die Pollen sich nicht auf die Schleimhaut setzen können – oder man spült die Pollen mit einer Salzlösung weg. wichtig am Abend: Kleider wechseln und Haare waschen. hilfreich können zudem Pollenfilter für Fenster, Auto, Klimaanlage und Staubsauger sein.

Bei akuten Beschwerden wie Fließschnupfen, Juckreiz oder tränenden Augen sind Nasensprays oder Augentropfen sinnvoll. Solelösungen wie Nasenspülsalz reinigen die Schleimhäute und sind gut verträglich. In Wasser aufgelöst spülen sie mit einer Nasendusche Allergene und Schleim weg. Praktisch für unterwegs sind Meersalzsprays. Nasensprays mit Mikro-Partikeln legen sich wie ein Schutzfilm auf die Nasenschleimhäute und unterstützen so die Abwehrmechanismen. Präparate mit ätherischen Ölen lösen zähen Schleim.

Eine wirksame Therapie gegen Allergien kann die Hyposensibilisierung, eine spezifische Immuntherapie darstellen. das Wirkungsprinzip ist denkbar einfach: das Immunsystem wird gezielt mit jenem Stoff konfrontiert, auf den es allergisch reagiert. Durch diese langfristig ausgelegte Gewöhnungstherapie soll der Körper seine übertriebene Reaktion abbauen – Ziel ist es, die allergische Erkrankung günstig zu beeinflussen. der Arzt spritzt dabei über einen längeren Zeitraum jedes Monat ein Allergenextrakt in das Fettgewebe am Oberarm des Patienten. Zu Beginn der Behandlung wird die Allergendosis jede Woche kontinuierlich erhöht. Bewährt hat sich diese Therapie in erster Linie gegen Heuschnupfen, der durch Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben ausgelöst wird.

Die Hyposensibilisierung ist allerdings kein Allheilmittel, sondern sollte nur bei bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden. So muss es sich nachgewiesenermaßen um eine allergische Reaktion vom Soforttyp handeln und nach dem Kontakt mit dem Allergen wirkliche allergische Beschwerden geben. Außerdem muss beim Betroffenen ein hoher Leidensdruck durch die Allergie bestehen. hat der Betroffene zum Beispiel die Möglichkeit, dem auslösenden Allergen aus dem Weg zu gehen – dies wäre bei Tierhaaren oder bestimmten Lebensmitteln der Fall – ist eine entsprechende Vermeidung der Therapie durch Hyposensibilisierung vorzuziehen.

Pollenflugkalender 2018

Hasel Ende Januar bis Anfang April
* Ende Februar bis Anfang März Erle Mitte Januar bis Anfang April
* Mitte Februar bis Mitte März Birke Anfang März bis Mitte Mai
* April Gräser Mitte April bis Mitte August
* Mitte Mai bis Mitte Juli Beifuß Mitte Juni bis Mitte August
* Ende Juli bis Mitte August Roggen Mitte März bis Ende August
*Anfang Juni Esche Anfang März bis Anfang Mai
* Ende März bis Anfang April

* = besonders schlimm

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