14.12.2017 - 14:58 Uhr
Deutschland & Welt

Was ist dran an Wadenwickel, Hühnersuppe und Fußbad? Omas Hausmittel gegen Erkältung

Der Volksmund sagt: Ohne Medikamente dauert eine Erkältung eine Woche, mit Medikamenten sieben Tage. Was die Oma noch wusste – wir geben einen Überblick über alte Hausmittel.

von Gesund & VitalProfil

Jetzt ist wieder diese Zeit: Die Arztpraxen sind voller schniefender Patienten, auf den Straßen kreuzen hustende und niesende Menschen den Weg. Wen es erwischt hat, der muss allerdings nicht zwangsweise auf die „chemische Keule“ setzen, bei vielen Beschwerden helfen alte und bewährte Hausmittel. Das Inhalieren von bestimmten Dämpfen zum Beispiel ist seit vielen Generationen eine wirksame Methode, um eine Erkältung schnell zu überwinden. Dazu braucht es lediglich ein Extrakt wie Kamille, eine Schüssel mit heißem Wasser und ein Handtuch: Einfach mehrere Kamille-Teebeutel ins heiße Wasser tauchen, den Kopf darüber halten und die Schüssel rundherum mit einem Handtuch abdecken. Tief einatmen – abwechselnd durch die Nase und den Mund. Der Kamille-Wasserdampf wirkt Entzündungen entgegen, bekämpft Bakterien und lindert den Schnupfen.

Heißes Fußbad

Gegen Schnupfen und Erkältung haben sich Fußbäder bewährt, insbesondere Fichtennadelöl entfaltet im etwa 40 Grad heißen Wasser eine optimale Wirkung – und das bei gerade mal fünf Tropfen. Das Fußbad sollte rund 15 Minuten dauern, danach die Füße in warme Socken stecken. Im gesamten Körper breitet sich eine wohlige Wärme aus, der Organismus wird in seinem Kampf gegen fiese Erkältungsviren jetzt bestens unterstützt. Wer es etwas intensiver mag, dem sei ein Lavendelbad empfohlen. Die ätherischen Öle Linalylacetat und Linalool in den feinen Blüten wirken entspannend und ausgleichend und werden sowohl über die Haut als auch Atemwege aufgenommen. Das Vollbad mit lavendel sollte etwa eine halbe Stunde dauern, danach ab ins Bett!

Wadenwickel

Oft gehen Erkältungsbeschwerden mit Fieber einher, um dieses zu senken, müssen nicht unbedingt Tabletten geschluckt werden. Wadenwickel sind ein bewährtes Hausmittel: Dazu wird je ein feuchter Wickel um die Waden gelegt, es folgt ein trockenes Tuch, das nicht zu fest umwickelt wird. Die Wadenwickel etwa 10 bis 15 Minuten anwenden – und das bis zu sechs Mal täglich. Dieses Prinzip eignet sich mit Brustwickeln auch gegen Husten und Bronchitis. Dabei wird der Oberkörper in ein kaltes und nasses Leinentuch gewickelt, darüber folgt ein Frotteetuch und schließlich wickelt man den Erkältungsgeplagten in eine warme Wolldecke ein. Linderung garantiert, da der Leinenwickel dem Körper Wärme spendet und über Haut und Atemwege Heilsubstanzen zuführt – direkt zu den geschwollenen und entzündeten Organen.

Schmerzstillende Leinsamen

auch Leinsamen wirken wahre Wunder, das wusste schon Hildegard von Bingen. Die Ordensfrau entdeckte die schmerzstillende Wirkung eines Umschlags mit Leinsamen. Die darin enthaltenen Schleimstoffe wirken abführend, entzündungshemmend und beruhigend. Da die konstante Wärme zugleich die Durchblutung fördert, wird der Heilungsprozess aktiv unterstützt.

Löffel für Löffel

Eine Hühnersuppe ist besser als ihr Ruf! Selbst zubereitet – also nicht als Fertigprodukt – ist das Gericht schmackhaft und wirkt äußerst effektiv gegen Erkältungsbeschwerden. Eine echte Hühnersuppe stärkt schnell und nachhaltig die Abwehrmechanismen des Körpers und verhindert die Schwellung der Schleimhäute. Dies gelingt den Inhaltsstoffen der Hühnersuppe durch das direkte Blockieren bestimmter weißer Blutkörperchen.

Natürliches Antibiotika

Breitbandantibiotika aus der Natur – auch das gibt es. Meerrettich zum Beispiel enthält die antibiotischen Inhaltsstoffe Allicin und Sinigrin und hat dadurch das ähnliche Wirkungsprinzip wie Penicillin. Bei Husten, Bronchitis, Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung entfaltet Meerrettich seine erstaunliche Heilkraft. Die Anwendung ist denkbar einfach: Meerrettich reiben und aufs Brot streuen. Mit der Kapuzinerkresse stellt uns die Natur eine weitere hoch wirksame Arzneipflanze zur Verfügung. auch sie wirkt hervorragend gegen typische Erkältungsbeschwerden. Kapuzinerkresse schmeckt als kleingehackte Blüten und Blätter in Salat, Quark oder Kartoffeln. Durch die direkte Aufnahme entfalten die Wirkstoffe im Nasen- und Rachenraum ihre Wirkung und hemmen dort die Keim-Vermehrung.

Wichtige Unterscheidung

So hoch wirksam und bewährt die alten Hausmittel nach Omas Art sind, tritt keine wesentliche Besserung nach einigen Tagen der Anwendungen ein, ist der Besuch eines Arztes unbedingt zu empfehlen. Vor allem deshalb, um abzuklären, ob es sich bei dem Krankheitsbild wirklich „nur“ um eine Erkältung oder echte Grippe handelt. Da die echte Grippe eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, ist eine medizinische Behandlung mit entsprechender Medikation unabdingbar.

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