20.08.2017 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Weißer Ring zieht nach einerm Jahr Online-Beratung positive Zwischenbilanz Schreibende Opfer

Mainz. Ein Jahr nach der Einführung ihrer Online-Beratung zieht die Hilfsorganisation Weißer Ring eine positive Zwischenbilanz: Manche Opfer von Straftaten hätten sich sonst gar nicht gemeldet. "Sie wollen zum Beispiel nach einem sexuellen Missbrauch oder einer Vergewaltigung lieber schreiben als sprechen", sagte Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Mainz.

von Agentur DPAProfil

"Gerade auch Männer machen von unserer anonymen Online-Beratung Gebrauch." Hilfesuchende stießen oft im Internet auf dieses Angebot. Auf eine Anfrage gebe es nach einer Bestätigungsmail binnen 72 Stunden eine ausführliche schriftliche Antwort von einem der etwa 20 geschulten Online-Berater. Seit August 2016 hätten rund 1400 Menschen dieses Angebot in Anspruch genommen.

Die Schwerpunkte lägen auf Sexualstraftaten, Stalking (Nachstellung), Gewalt und Betrug. Die Anonymität wird laut dem Weißer-Ring-Mitarbeiter Fabian Lindner mit einer verschlüsselten sicheren Verbindung "wie beim Online-Banking" gewährleistet. Daher komme Whatsapp auch künftig nicht infrage. Manche Hilfesuchende gäben nach mehreren Mails ihren Namen preis, andere nie. "Manchmal entwickeln sich richtige Vertrauensbeziehungen mit einem Online-Berater", ergänzte Lindner. "Bei Bedarf werden Opfer aber immer an eine unserer Außenstellen oder in andere Hilfsangebote vermittelt." Biwer sagte, gerade bei Männern, die sich online beraten ließen, gehe es häufig um Themen, die mit Scham behaftet seien, beispielsweise "sexuelle und körperliche Gewalt seitens der Partnerin".

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