Welche fachliche Hilfe zu welchem Kind passt - "Offene Hilfen" für selbstbestimmtes Leben
Leben - so normal wie möglich

Alle 90 Minuten wird in Deutschland ein Kind geboren, das mit einer geistigen Behinderung leben wird: Es entwickelt sich - aber langsamer. Es denkt - wenn auch einfacher. Es lernt - nur nicht so leicht.

In Deutschland gibt es ein fast flächendeckendes Netz von Frühförderstellen und Beratungsstellen. Den Schwerpunkt bildet dabei die Hausfrühförderung. Sie kann zum Beispiel über die Lebenshilfe in Anspruch genommen werden.

Vielfältige Angebote

Frühe Hilfen sind unbestritten notwendig. Jedoch sollten sich Eltern genau informieren. Die fachlichen Angebote sind so vielfältig wie die Berufsgruppen, die daran beteiligt sind. Hier muss man sich einen Überblick verschaffen. So fällt es leichter, Angebote zu beurteilen und Entscheidungen zu treffen, welche fachliche Hilfe zum Kind "passt" und wie diese Hilfe mit dem Familienleben in Einklang zu bringen ist. Sie darf nicht isoliert und einseitig stattfinden. Eltern, Geschwister oder Großeltern sollten dabei nicht ausgegrenzt, sondern einbezogen werden.

Spielerisch arbeiten

Frühe Hilfen unterscheiden sich nicht viel von dem, was nicht behinderte Kinder in der Säuglings- und Kleinkindphase brauchen: die spielerische Unterstützung, die auf ureigene Bedürfnisse und Befindlichkeiten eingeht. In der Regel kommt einmal wöchentlich eine Fachkraft ins Haus, die mit dem Kind spielerisch arbeitet. Die Eltern erfahren Beratung und Begleitung sowohl hinsichtlich der nächsten Entwicklungsschritte ihres Kindes als auch im Blick auf ihre eigenen Sorgen und Probleme.

Ob behindert oder nicht - eines ist immer wichtig und darf nicht vernachlässigt werden: Spielen heißt Neugier und Erfüllung, heißt begreifen und lernen. Artet dieses spielerische Lernen in unzumutbare Arbeit aus, ist der Spaß für Kind und Eltern vorbei.

Dazu gehört, zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen zu können. Für einen schwerbehinderten Menschen, der nicht sprechen kann, kann das die Wahl zwischen Tee und Kakao sein oder zwischen wachen und schlafen.
Selbstständigere können Vor- und Nachteile verschiedener Wohn- und Arbeitsformen gegeneinander abwägen, ihre Freizeit gestalten oder bestimmen, wo sie leben möchten. Die "Offenen Hilfen" haben das Ziel, ein Leben außerhalb stationärer Einrichtungen in Selbstbestimmung zu sichern. Der Alltag soll gleichberechtigt und ohne Ausgrenzung dort gelebt werden können, wo das Leben "mittendrin" ist - also in der Familie oder im Verein.

In jeder Lebenslage

Die Vielfalt der Offenen Hilfen reicht vom Familienentlastenden Dienst über Bildungsangebote bis zur Seniorenbegleitung.

Das Netz der Offenen Hilfen umfasst nach dem Verständnis der Lebenshilfe letztlich alle Unterstützungsbedarfe von Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen: in jeder Lebensphase, in jeder Lebenslage. (Quelle: Lebenshilfe)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.