Winter
Ganz Europa friert

Wintereinbruch im Hafen von Skopelos-Stadt auf der Insel Skopelos (Griechenland). Ein ungewöhnlicher starker Wintereinbruch hat am Wochenende für Chaos in Griechenland gesorgt. Auf den griechischen Inseln der Nordägäis lag der Schnee zum Teil über einen halben Meter hoch. Vielerorts fiel der Strom aus, Wasserleitungen froren zu. Bild: dpa

Frost im Osten, Schnee in den Bergen: In Deutschland bleibt es der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) zufolge winterlich. Doch auch unsere europäischen Nachbarn leiden unter der Kälte.

Berlin. Nicht nur Deutschland erlebt derzeit einen strengen Winter:

Frankreich: Vier Menschen kamen am Sonntag bei einem Busunfall in Frankreich ums Leben - Glatteis war wahrscheinlich die Ursache. In Straßburg fiel am Samstag in 15 000 Wohnungen die Heizung aus, 300 Haushalte blieben auch die Nacht über ohne Heizung und warmes Wasser. Mehrere Städte hatten in Turnhallen Schlafplätze für Obdachlose eingerichtet.

Polen: Anhaltender Frost hat in Polen und Tschechien seit Freitag mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad starben in Polen neun Menschen. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf 55. Weitere 24 Menschen seien seit Winterbeginn an Kohlenmonoxid-Vergiftungen gestorben. Sie hatten unter anderem giftige Gase aus Kohleöfen eingeatmet.

Tschechien: Drei Menschen starben an den Folgen der Kälte, wie die Agentur CTK unter Berufung auf Rettungskräfte berichtete. In Prag kamen zwei Obdachlose ums Leben. Obwohl für Wohnungslose das Winterwetter besonders gefährlich ist, blieben viele Betten in Prags Obdachlosenheimen leer. Am kältesten wurde es mit bis zu minus 34,6 Grad im Böhmerwald (Sumava) an der Grenze zu Deutschland.

Bulgarien: Der eiskalte Winter mit heftigen Schneefällen hält Bulgarien fest im Griff. 40 Touristen aus Japan blieben in Schneeverwehungen stecken. Die Menschen in 90 Orten mussten auch am Sonntag ohne Strom auskommen, da Schneestürme die Leitungen beschädigt hatten.

Ungarn: In der nordungarischen Ortschaft Tesa betrug die Temperatur Sonntagfrüh minus 28,1 Grad Celsius, teilte der Meteorologische Landesdienst mit. In Budapest sind in der Nacht zum Sonntag zwei Obdachlose erfroren.

Griechenland: Bis zu minus 17 Grad und ungewohnt starke Schneefälle haben am Wochenende in Griechenland zu Chaos geführt. Straßen waren nicht passierbar, in vielen Ortschaften und Städten brachen die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Mindestens zwei Menschen kamen durch den Kälteeinbruch ums Leben. In einer Hafenstadt schneite es erstmals seit 40 Jahren. Auf Kreta wurde unterdessen Snowboard gefahren.

Türkei: Heftiger Schneefall hat in der türkischen Millionenmetropole Istanbul starke Verkehrsbehinderungen verursacht. Am Flughafen Atatürk, dem größten der Türkei, seien die Inlandsflüge zeitweilig eingestellt worden. Auch zahlreiche internationale Verbindungen wurden gestrichen.

Russland: Nach einem heftigen Kälteeinbruch in Moskau sorgen die Temperaturen weiter für sibirische Wintergefühle. Im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigte das Thermometer in der Nacht zum Sonntag nach unterschiedlichen Berichten bis zu minus 28,5 Grad Celsius an. In der Ortschaft Klin nordwestlich von Moskau wurden 35,9 Grad unter Null gemessen.

Italien: Vor allem die Mitte und derSüden Italiens sind von Schnee, Eis und Kälte betroffen. Schnee fiel nicht nur in den eher bergigen Erdbebengebieten in den Regionen Marken, Umbrien, Abruzzen und Latium, sondern selbst an den Küsten - vor allem an der Adria.

Österreich und Schweiz: In weiten Teilen der Alpen in der Schweiz und in Österreich herrschte am Wochenende nach Angaben der Warndienste "erhebliche Lawinengefahr". Im Schweizer Kanton Wallis wurde am Freitag ein 28-Jähriger Skifahrer aus Frankreich von einem 400 Meter langen Schneebrett in den Tod gerissen. Im Tiroler Skigebiet Fieberbrunn überlebte ein deutscher Wintersportler am Freitag einen Lawinenabgang.
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