03.07.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Zeuge entlastet Angeklagten bei Prozess um tote Prostituierte Freispruch nach sechs Monaten Haft

Hildesheim. Im Prozess um den Tod einer Prostituierten ist ein 45 Jahre alter Ingenieur am Montag vom Landgericht Hildesheim freigesprochen worden. "Die Unschuld des Angeklagten ist erwiesen", sagte der Vorsitzende Richter Peter Peschka in seiner Urteilsbegründung. Man müsse feststellen, dass dem Mann Unrecht widerfahren ist. "Das ist in der Tat sehr tragisch", betonte Peschka.

von Agentur DPAProfil

Sechs Monate hatte der Ingenieur in Untersuchungshaft gesessen und immer wieder seine Unschuld beteuert. "Ich bin traurig, dass man mit der Wahrheit so umgeht", sagte der 45-Jährige kurz vor der Urteilsverkündung. Die 40 Jahre alte Prostituierte war am 4. November 2016 in ihrem Wohnwagen an der Bundesstraße zwischen Hildesheim und Peine erwürgt worden. Nach einem Zeugenhinweis verhafteten die Ermittler einen anderen Mann.

Der Zeuge hatte vor Gericht ausgesagt, dass ein 29 Jahre alter Bekannter die Prostituierte getötet habe. Er selbst hatte demnach im Auto auf dem Parkplatz gewartet und die Tat beobachtet. Die Polizei rief er aus Angst aber nicht. Die DNA unter den Fingernägeln des Opfers und eine Funkzellenauswertung untermauern die Zeugenaussage.

Der bisher angeklagte 45-Jährige hatte zwar zugegeben, die Prostituierte aufgesucht zu haben, bestritt aber die Tat. Er kam Mitte Dezember in Untersuchungshaft, Ende Mai begann der Prozess wegen Totschlags. Verteidiger Olaf Klemke kritisierte die Arbeit der Polizei scharf. Für den durchlebten Alptraum steht dem Ingenieur eine Entschädigung zu.

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