Zu unserem Artikel "Mehrheit gegen drastische Erhöhung" über die Stadtratsitzung Bärnau meldet sich ein Leser zu Wort.
Häring sollte sich lieber engagieren

Wenn das hohe Defizit die Stadt zu einer Gebührenerhöhung zwingt, so glaube ich dass hier viele Eltern der Erhöhung beipflichten. Diesen Beitrag zahlen die Eltern für ihre eigenen Kinder gerne, weil sie wissen, dass ihre Kinder gut untergebracht sind. Der Erhöhungsvorschlag in der Abstimmung des Stadtrates fand auch eine klare Mehrheit. Doch wenn Stadtrat Hubert Häring (Christlich Freie Wählergemeinschaft) die freiwilligen Leistungen der Stadt für das Freibad von jährlich 23 000 Euro zum wiederholten Male dem entgegen stellt, so frage ich mich, warum werden hier nicht die 60 000 Euro erwähnt, welche für den Betrieb des Hallenbades ausgegeben werden?

Übrigens flossen im Jahr 2004 an die Stadt wieder die Kanal- und Wassergebühren in Höhe von 6400 Euro zurück. Somit gab die Stadt nur 16 600 Euro für das Freibad aus. Beim Betrieb des Hallenbades könnten ebenfalls rund 40 000 Euro eingespart werden, wenn sich Stadtrat Häring für eine Gründung eines Fördervereins Hallenbad Bärnau als Vorsitzender bereit erklären würde. Seit über drei Jahren sucht man hier nach freiwilligen, ehrenamtlichem Personal.

Es ist nicht zu verkennen, dass es leichter ist, nur nach gegensächlichem zu suchen, Kritik zu üben und nicht selbst mit Hand anzulegen, um das Richtige zu tun und Einsparungen zu erzielen. Wenn auch das Freibad Altglashütte etwas außerhalb der Stadtgrenze liegt, so sollte es in dieser bestehenden Betriebsart Anerkennung finden, denn seit vier Jahren werden jährlich 40 000 Euro eingespart.

Eine konstruktive und zielstrebige Arbeit von freiwilligen Helfern sollte einen Stadtrat dazu bewegen, sich selbst mit aktiv einzubinden. Das vom Bürgermeister Peter Hampel genannte Defizit für den Kindergarten von 106 000 Euro im Jahr, durch zwölf Monate geteilt, ergibt einen monatlichen Betrag von 8833 Euro. Auf den dreimonatigen Badebetrieb umgerechnet (26 500 Euro), ergibt dies eine höhere Belastung von 9900 Euro. Ich stelle diesen Vergleich an, denn in den dreimonatigen Badebetrieb betreuen wir in der Freizeit vor allem Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Auch hier unterliegen Kinder und Jugendliche einer Aufsicht und Betreuung.

Schwimmkurse, Spieltage sorgen für ein Freizeitangebot, dass vor allem die Eltern sehr zu schätzen wissen, weil die Kinder ebenfalls unter Aufsicht sind. Diese sinnvolle Freizeitgestaltung, wie schwimmen, hat für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene einen sehr hohen Stellenwert den man nicht verkennen sollte. Gerade in der Urlaubs- und Ferienzeit kommt dem noch mehr Bedeutung zu.

Die Aufgaben des Vereins Förderkreis Freibad Altglashütte sind nicht eigennützig und dienen zur Förderung des Fremdenverkehrs und der Naherholung. Zum Glück sind nicht alle Stadträte dieser negativen Meinung, dass wegen der freiwilligen Leistungen von 16 600 Euro für das Freibad, eine Familienfreundliche Lösung gefunden werden kann. Dies zeigte die Abstimmung mit einer klaren Mehrheit von 11:4.

Siegfried Walter

Hohenthan

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