Zum Leserbrief von Siegfried Walter "Häring sollte sich lieber engagieren" meldet sich der angesprochene Stadtrat zu Wort.
Walter wäre prädestiniert

Das Engagement und die Leistungen der Mitglieder des Fördervereins Altglashütte finden auch meine Anerkennung. Das Freibad ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde. Während der Öffnungszeiten von drei Monaten wird das Freibad überwiegend von Bürgern der angrenzenden Nachbargemeinden besucht. Schade nur, dass sich diese Gemeinden nicht an der Unterhaltung beteiligen wollen. Der Förderverein hat es auch aufgrund des jährlichen Zuschusses der Stadt Bärnau geschafft, knapp 85 000 Euro anzusparen.

Die schlechte finanzielle Lage der Stadt zwingt zu massiven Einsparungen. Eine Besserung ist nicht zu erwarten. Die Stadt wird aufgrund der prekären finanziellen Situation künftig Probleme haben, zwei Bäder zu bezuschussen. Es gibt keine vergleichbare kleine Gemeinde mit einem Hallen- und einem Freibad. Herr Walter vergleicht das Defizit des Kindergartens mit dem drei-monatigen Badebetrieb des Freibades. Er verkennt, dass die Stadt den Kindergarten (wie auch die Schule) als Pflichtaufgabe kraft Gesetzes unterhalten muss und Bäder als freiwillige Aufgaben nur im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit bezuschussen darf. Der Vergleich mit dem Defizit eines Kindergartens ist daher abwegig. Selbstverständlich ist auch bei den Ausgaben für unseren Kindergarten auf Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu achten. Die Betreuung unserer Kinder durch ausreichendes und qualifiziertes Personal und Kindergartengebühren, die sich Eltern auch noch leisten können, haben Vorrang. Sparen ist in anderen Bereichen angesagt.

Offensichtlich ist es der Aufmerksamkeit von Herrn Walter entgangen, dass ich mich in mehreren Vereinen (u.a. TSV Bärnau und Tell-Schützen) ehrenamtlich engagiere. Für mich ist es selbstverständlich, ehrenamtliche Tätigkeiten ohne großes Aufsehen zu verrichten und dafür keinen Cent als Gegenleistung zu verlangen. Ich bin erstaunt, dass Herr Walter mir den Vorsitz eines noch zu gründenden Fördervereins Hallenbad andienen möchte. Das Hallenbad wurde als Schulbad konzipiert und nimmt für den Schulbetrieb eine besondere Stellung ein. Durch verschiedene Maßnahmen konnten bereits Ausgaben reduziert werden. Auch zur Stärkung des Schulstandortes Bärnau trete ich auch für den Erhalt des Hallenbades ein.

Selbst Herrn Walter als langjährigem Bademeister und früheren Beschäftigten der Stadt gelang es nicht, eine Steigerung der Attraktivität des Hallenbades zu erreichen. Als Insider wäre er geradezu prädestiniert dafür, den Vorsitz eines Fördervereins zu übernehmen. Hier könnte er seine Aussage unter Beweis stellen, beim Hallenbad noch 40 000 Euro einsparen zu können.

Die Äußerung von Herrn Walter, die Stadt habe 2004 nur 16 600 Euro für das Freibad ausgegeben, weil 6400 Euro zurückgeflossen seien, kann ich nicht nachvollziehen. Wie jedem Bürger werden auch dem Förderverein verbrauchte Wasser- und Kanalgebühren entsprechend der Beitrags- und Gebührensatzung berechnet. Warum der vom Förderverein an die Stadt geschuldete Betrag von 6400 Euro von den 23 000 Euro Zuschuss abzuziehen ist, bleibt ein Geheimnis von Herrn Walter.

Hubert Häring

Bärnau

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