23.03.2018 - 09:56 Uhr
Deutschland & Welt

Ärger nach Brexit: Reisepässe aus Frankreich "Symbol der britischen Identität" wird in EU hergestellt

Erst burgundrot, künftig blau: Nicht nur der Brexit, sondern auch die neuen Reisepässe nach dem EU-Austritt regen viele Briten auf. Sie sollen nämlich von einer ausländischen Firma produziert werden.

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU sollen die Briten wieder dunkelblaue Reisepässe bekommen. Die werden in Frankreich hergestellt. Das führt jetzt zu Ärger.
von Agentur DPAProfil

Die neuen blauen Reisepässe der Briten sollen nach dem Brexit ausgerechnet von einem Unternehmen in der Europäischen Union hergestellt werden. Die Regierung in London hatte die Abschaffung der burgundroten EU-Pässe im Land als Meilenstein auf dem Weg zur Selbstbestimmung nach der Trennung von Brüssel gefeiert.

Jetzt sollen die neuen Pässe nach britischen Medienberichten von der französisch-niederländischen Firma Gemalto produziert werden - und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich von einem heimischen Unternehmen. Das brachte am Donnerstag die Befürworter des EU-Ausstiegs im Parlament auf die Palme. Sie forderten Aufklärung.

Schon seit 2009 sei es zulässig, Reisedokumente außerhalb Großbritanniens herzustellen, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Ohnehin seien bereits viele britische Pässe im Ausland produziert worden. Bei dem favorisierten Angebot spare der Steuerzahler etwa 120 Millionen Pfund (derzeit knapp 140 Millionen Euro) während der Laufzeit des Vertrags. Stärker noch als der Preis sei aber die Qualität berücksichtigt worden. Den Namen des Unternehmens nannte das Innenministerium jedoch nicht.

Auch der Chef der bisher zuständigen Firma namens De La Rue in Großbritannien war erbost: Die Entscheidung für ein Unternehmen im Ausland sei "enttäuschend und überraschend", sagte Martin Sutherland. "Jetzt wird dieses Symbol der britischen Identität in Frankreich hergestellt." Zehn Jahre lang habe er die Pässe produziert, "ohne ein einziges Problemchen". Nun sei er preislich unterboten worden.

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