22.01.2018 - 12:53 Uhr
Deutschland & Welt

Bundesregierung: Deutscher bei Anschlag in Kabul umgekommen Mindestens 19 Tote

Es war ein endloser Alptraum. 17 Stunden lang griffen Taliban in Afghanistan ein großes Hotel an. Unter den Opfern ist auch ein Deutscher.

Ein Soldat zielt mit seinem Gewehr auf eine Stelle am Intercontinental Hotel in Kabul (Afghanitan). Vier Unbekannte haben das Hotel angriffen.
von Agentur DPAProfil

Berlin. Bei dem Anschlag auf ein internationales Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es auch ein deutsches Todesopfer gegeben. Dies teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin mit, ohne nähere Angaben zum Opfer zu machen. Die Angehörigen würden informiert. Wie die Sprecherin weiter mitteilte, gibt es keine Hinweise auf andere deutsche Verletzte.

Die afghanischen Behörden bezifferten die Anzahl der Todesopfer nach einem 17 Stunden langen Taliban-Angriff zuletzt auf 19. Ein verletzter Afghane sei in der Nacht gestorben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Montagmorgen.

Alle sechs Angreifer getötet

Außerdem waren bei dem Angriff, der am späten Samstagabend begonnen hatte, alle sechs Angreifer getötet worden. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums sagte, bisher seien 22 Leichen in Krankenhäuser gebracht worden. Die Zahl beinhalte aber möglicherweise Leichen von Attentätern.

Augenzeugen hatten am Sonntag die Angaben der afghanischen Regierung als schwer untertrieben kritisiert. Regierungssprecher sind dafür bekannt, dass sie Opferzahlen für die Öffentlichkeit klein halten.  Die Zahl der bisher als Ausländer identifizierten Opfer stehe weiterhin bei 14, sagte Nasrat Rahimi. Es könne aber noch dauern, bis alle identifiziert sein. Drei hätten keine Papiere bei sich gehabt. Er korrigierte eine Angabe vom Vortag, wonach ein Kirgise ums Leben gekommen sei. Der Mann sei Kasache. Ein Sprecher des kasachischen Außenministeriums, Anuar Zhainakov, bestätigte das über Facebook.

Hotel als Basis für internationalen Angestellte der Fluglinie "Kam Air"

Es blieben aber weitere Lücken und Diskrepanzen. Nach afghanischen Angaben sollen zum Beispiel neun Ukrainer umgekommen sein. Die ukrainische Regierung hatte am Sonntag aber nur sechs bestätigt. Für zwei tote Venezolaner gab es am Montag noch keine offizielle Bestätigung. Ein für tot erklärter griechischer Pilot rief am Montagmorgen den griechischen TV-Sender Skai an und beschrieb, wie er sich vor den Angreifern in seinem Zimmer versteckt hatte.

Der Großteil der Opfer hatten für die afghanische Fluglinie "Kam Air" gearbeitet, die das Hotel als Basis für internationalen Angestellte genutzt hatte. Kam Air kündigte Verspätungen und Flugstreichungen an.

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