05.01.2018 - 14:04 Uhr
Deutschland & Welt

Innsbruck zeichnet sich durch eine gelungene Symbiose von Historie und Kultur aus "Schwarze Mander" und ein Freiheitsheld

In diesen Tagen steht Innsbruck wieder im Blickfeld der Skispringer, die Schanze am Bergisel ist eine der Stationen der alljährlichen Vierschanzentournee. Doch die Stadt am Inn ist auch unabhängig vom Wintersport einen Besuch wert.

Auch von der Stadtmitte aus ist die schneebedeckte "Nordkette" zu sehen. Bilder: Stiegler (6)
von Holger Stiegler (STG)Profil

Egal, ob Sommer oder Winter, hier ist immer was los", erzählt Fremdenführerin Antonella Placheta. Sie steht in der Herzog-Friedrich-Straße, benannt nach dem österreichischen Herzog und Tiroler Landesfürsten Friedrich IV., der von 1382 bis 1439 lebte. Hinter ihr erhebt sich majestätisch der prunkvolle Erker, der sich zum Wahrzeichen von Innsbruck entwickelt hat und die Massen anzieht. Das "Goldene Dachl", das um 1500 im Auftrag des Kaisers Maximilian I. errichtet wurde, lässt mit seinen 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln, die alle noch im Original erhalten sind, die Altstadt schimmern.

Innsbruck ist mit 132 000 Einwohnern nach Wien, Graz, Linz und Salzburg die fünftgrößte Stadt Österreichs. "Und bei Besuchern sehr beliebt", berichtet Alexandra Sasse von Innsbruck Tourismus. Die aktuellen Zahlen belegen dies, denn im abgelaufenen Tourismusjahr (November 2016 bis Oktober 2017) wurde mit über 1,5 Millionen Ankünften (+ 5,8 Prozent) und 3,2 Millionen Nächtigungen (+ 4,6 Prozent) das beste Ergebnis in der Geschichte erreicht.

Tiroler Versuchungen

Touristischer Anziehungspunkt für Städtereisende schlechthin ist natürlich die Altstadt, die neben dem "Goldenen Dachl" noch wesentlich mehr zu bieten hat. Direkt an die Sehenswürdigkeit schließt die Hofgasse an, die - der Name nimmt es bereits vorweg - direkt zur Hofkirche und zur Hofburg führt. Wenige Minuten Fußweg sind es dorthin zwar nur, diese können aber auch schon einmal etwas länger dauern - in Feinkostläden in dieser Gasse, aber auch in weiteren ähnlichen Läden in der Altstadt lauern viele "Gefahren" - vom Tiroler Speck und der Tiroler Salami über den Tiroler Käse bis hin zu den Spirituosen aus dem österreichischen Bundesland.

Die Innsbrucker Hofkirche ist Gotteshaus und Museum zugleich: regelmäßig kann dort die Heilige Messe mitgefeiert werden, darüber hinaus ist die Kirche ein bedeutendes Kunstdenkmal Österreichs und mit dem Grabmal Kaiser Maximilians I. (1459-1519) eines der großartigsten Kaisergräber in Europa. "Die Errichtung des Grabmals zog sich fast 80 Jahre hin und beschäftigte noch seine Enkel. Die Idee zu einem prunkvollen Monument stammte von Kaiser Maximilian I. selbst", erzählt Antonella Placheta. Es gehört sicherlich zu den Skurrilitäten der Innsbrucker Geschichte, dass die Hofkirche zwar eigens für das imposante Grabmal gebaut wurde, der Sarg allerdings leer ist: Maximilian, mit dessen Namen sich wie mit keinem anderen die zentrale Stellung Innsbrucks in Europa verbindet, ist dort nämlich gar nicht begraben, sondern in der St. Georgs-Kapelle in der Wiener Neustadt

Staunen und genießen

Die 28 schwarzen sehr großen Bronzestatuen rund um das Grabmal stellen die Verwandtschaft Kaiser Maximilians und seine Vorbilder dar. Diesen Figuren ist auch die umgangssprachliche Bezeichnung des Gotteshauses als "Schwarz-Mander-Kirche" zu verdanken. Tatsächlich begraben ist in der Hofkirche aber der Tiroler Freiheitsheld schlechthin - nämlich Andreas Hofer (1767-1810), der die Tiroler im Kampf gegen die Franzosen und die Bayern anführte. Geschmückt wird das Grabmal mit einer Statue Hofers in Landestracht, in ritterlicher Haltung und mit erhobenem Haupt.

Unweit der Kirche steht mit der Hofburg ein Gebäude, das ebenfalls enge Verbindungen zu Kaiser Maximilian I. und Andreas Hofer aufweist. Ihre Pracht hat die Burg allerdings der Kaisergattin und später regierenden Erzherzogin Maria Theresia zu verdanken, die selber nur sehr selten in Innsbruck zu Gast war: sie ordnete einen Umbau im Stil des Wiener Spätbarocks an. "Der Riesensaal gilt als einer der prächtigsten Säle Österreichs, viele Innsbrucker sprechen sogar vom schönsten Saal Österreichs", erklärt die Fremdenführerin. Maria Theresia verwirklichte sich hier, zu sehen sind in großen Porträts ihre Kinder und Enkelkinder. Nicht durchsetzen konnte sich im Laufe der Geschichte allerdings ihre Namensgebung als "Familiensaal".

Zum Innsbruck-Besuch gehört natürlich auch das Schlendern durch die Altstadt, vorbei an vielen Traditionslokalen und kleinen Geschäften. Ziel eines jeden Besuchers ist die "Alte Innbrücke", von der aus man nicht nur die angrenzenden Bergwelten in voller Pracht erspähen kann, sondern auch das grünliche Wasser des Inns. Die Tiroler Landeshauptstadt kann übrigens auch mit einer besonderen Verbindung zur Oberpfalz aufwarten: Am Tiroler Landestheater, das sich unweit der Hofburg befindet, ist seit 2012 der gebürtige Kötztinger Johannes Reitmeier als Intendant tätig. Nicht nur dort ist er erfolgreich, seiner Kreativität sind auch Werke zu verdanken wie die "Tirschenreuther Passion", der "Oberpfälzer Jedermann" oder "Amberger Welttheater - Der Herbst des Winterkönigs".

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