Möglicher Anschlag mit Lkw in Berlin [Aktualisierung: Safety Check bei Facebook aktiviert]
Zwölf Tote und Dutzende Verletzte

 
(Foto: dpa)
Berlin: Breitscheidplatz Berlin |

Berlin. Ein Sattelschlepper rast auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Zwölf Menschen sterben, Dutzende werden verletzt. Der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen.

Bei einem möglichen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin sind am Montagabend mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Feuerwehr wurden mindestens 48 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Ein Polizeisprecher sagte kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls, es handle sich vermutlich um einen Anschlag.

Der dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern mit hoher Geschwindigkeit über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, sei tot.
Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat, war zunächst offen. Die Polizei bat Anwohner, zuhause zu bleiben. Es gebe ein «verheerendes Bild vor Ort», sagte ein Polizeisprecher. Umstehende berichteten dpa-Reportern, dass der Lkw Dutzende Menschen überfahren habe.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen. Das teilte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Abend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Schockierende Nachrichten vom #Breitscheidplatz. Wir trauern mit den Angehörigen. Der Generalbundesanwalt übernimmt den Fall.

— Heiko Maas (@HeikoMaas) 19. Dezember 2016


Der an der Front stark demolierte Lastwagen kam am Rande der Budapester Straße zum stehen. Der Fahrer war zunächst Richtung Zoo geflüchtet. Dutzende Rettungswagen und viele Polizeiwagen waren vor Ort. Das Gelände wurde abgesperrt, Passanten wurden nur noch vom Weihnachtsmarkt herunter gelassen. Ein Bundespolizeisprecher sagte: «Wir gucken nun, wie wir die Kollegen des Landes Berlin unterstützen können.»

Schock und Bestürzung

Nach Worten von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) war die Situation am Abend unter Kontrolle. Der Regierungschef reagierte geschockt. «Was wir hier sehen, ist dramatisch», sagte Müller auf dem Breitscheidplatz. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bestürzt. «Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann», teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über Twitter mit. Merkel sei mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Müller in Kontakt.

Bundesinnenminister de Maizière erklärte: «Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzen des schrecklichen Vorfalls. Ich stehe in unmittelbarem und durchgehendem Austausch mit den Sicherheitsverantwortlichen im Land Berlin und habe jede Unterstützung durch die Bundespolizei angeboten.» Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: «Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden.»

Bei einem Anschlag im Juli in Nizza waren 86 Menschen ums Leben gekommen, als ein Terrorist mit einem Lastwagen über die Uferpromenade der Mittelmeermetropole fuhr. Für den Anschlag hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung übernommen.

Safety Check bei Facebook - Infos der Polizei Über den Safety Check können Nutzer prüfen, ob Angehörige und Freunde, die sie in der Stadt vermuten, in Sicherheit sind. Facebook-User können sich selbst auch mit einem Klick als „in Sicherheit“ markieren und Freunden und Angehörigen die beruhigende Nachricht mitteilen. Die Polizei Berlin bittet für Hinweise und Nachfragen nur die Telefonnummer (030) 54 02 31 11 zu benutzen. Nach dem möglichen Anschlag hat die Polizei dazu aufgerufen, keine Videos vom Geschehen zu teilen: "Bitte verbreiten Sie keine Videos vom Ereignisort im Netz. So schützen Sie die Privatsphäre der Opfer und ihrer Angehörigen", hieß es im Twitter-Aufruf der Polizei.
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