Abgas-Skandal
VW muss US-Behörden 4,3 Milliarden zahlen

Das Logo eines Volkswagen (VW) zeichnet sich hinter einer US-Fahne ab. Bild: dpa

Volkswagen kommt bei der Bewältigung des Dieselskandals voran. Eine Einigung mit der US-Justiz steht kurz bevor. Das kostet VW weitere Milliarden.

Wolfsburg/Washington. Volkswagen muss im Abgasskandal in den USA weitere Milliarden auf den Tisch legen. In Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sieht ein Vergleichsentwurf Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vor, teilte VW am Dienstag mit. Volkswagen befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem US-Justizministerium sowie der amerikanischen Zollbehörde. Ziel der Gespräche sei es, Vergleichsvereinbarungen über die Beilegung "bestimmter strafrechtlicher Untersuchungen" und "bestimmter zivilrechtlicher Bußgeldverfahren" abzuschließen.

Schuldanerkenntnis

Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es. Dieser sehe Bußgeld- und Strafzahlungen in einer Gesamthöhe von rund 4,3 Milliarden Dollar (rund 4,1 Milliarden Euro) vor. Teil dieses Vergleichsentwurfs sei auch ein Schuldanerkenntnis in Bezug auf bestimmte US-Strafvorschriften. Der Autobauer hatte im September 2015 eingeräumt, Abgastests bei Dieselautos manipuliert zu haben. In den USA sind mehr als 550 000 Fahrzeuge betroffen, weltweit rund elf Millionen.

Die zuständigen VW-Gremien würden sich nun "kurzfristig" mit dem Vergleich befassen, möglicherweise noch am Dienstag beziehungsweise am Mittwoch, teilte VW mit. Doch selbst wenn Management und Aufsichtsrat grünes Licht geben, liegt die finale Entscheidung bei der US-Justiz. Das Justizministerium in Washington war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

VW hat zur Bewältigung des Abgasskandals rund 18 Milliarden Euro zurückgestellt. Diese Summe wird nun laut VW voraussichtlich nicht reichen, weil bereits eine Milliardensumme für einen zivilrechtlichen Vergleich eingeplant ist. Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 ist, lasse sich noch nicht sagen. VW hatte in den USA bereits einen zivilrechtlichen Vergleich mit Klägern und Behörden erzielt. Der sah unter anderem Rückkäufe von Autos, Entschädigungen und Reparaturen vor. VW kann dieser Vergleich mehr als 16 Milliarden Dollar kosten.

Konzernspitze unter Druck

Parallel zur Einigung bringen brisante Zeugenaussagen im Zuge einer Strafanzeige die Konzernspitze unter Druck. Die Bundespolizei FBI wirft der VW-Konzernspitze Vertuschungen in dem Skandal vor, wie aus einer von der Bundesanwaltschaft in Detroit veröffentlichten Strafanzeige gegen einen leitenden Angestellten des Konzerns hervorging.
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