Air Berlin annulliert fast ein Viertel der Flüge ab München
Krankenstand im Cockpit

Die Koffer sind gepackt, das Ticket ist griffbereit - und dann fällt der Flug aus. Aus "operativen Gründen" muss Air Berlin Flüge streichen. Bild: Roland Weihrauch/dpa

Berlin. Wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten hat Air Berlin am Dienstag 100 der geplanten 750 Flüge abgesagt. Grund dafür seien "außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit", sagte ein Unternehmenssprecher. Etwa 200 der 1500 Piloten fielen am Dienstag aus.

Allein an den Drehkreuzen Düsseldorf und Berlin-Tegel wurden nach Betreiberangaben jeweils 20 Flüge gestrichen. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über eine "Piloten-Revolte" berichtet. Grund dafür soll dem Bericht zufolge eine Auseinandersetzung über den Übergang von Piloten der insolventen Airline auf den potenziellen neuen Käufer sein. Die Vereinigung Cockpit (VC) widersprach: "Zu keinem Zeitpunkt hat die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden", so Pilotengewerkschaft.

In einer internen Mitteilung der Air Berlin, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wählte Oliver Iffert, der den Flugbetrieb steuert, deutliche Worte: "Heute ist ein Tag, der die Existenz der Air Berlin bedroht." Für die Verhandlungen mit Interessenten über eine Übernahme von Teilen des Unternehmens seien die Ausfälle "pures Gift", ebenso für das Ziel, dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Die VC befürchtet, dass der Langstreckenbetrieb der Air Berlin eingestellt werden könnte. VC-Präsident Ilja Schulz sagte der "Rheinischen Post" , es bestehe Sorge, dass mit einer "Preiserhöhung die Langstrecke so unattraktiv gemacht werden soll, dass sie vor der Übernahme eingestampft werden kann".

Die Airline bat Passagiere, vor dem Flug den Status ihres Fluges unter www.airberlin.com/fluginfo zu prüfen. Bei einer Annullierung sollen sie auf eine Umbuchung bestehen, rät das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland in Kehl. Die insolvente Fluggesellschaft erstatte nämlich keine Tickets mehr.
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