09.02.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Altersgerechtes Wohnen ein wahres Bedürfnis - Abwartende Skepsis der Senioren Technik allein macht nicht glücklich

von Siegfried BühnerProfil

Dass der telemedizinischen Versorgung für Senioren steigende Bedeutung zukommt, beschrieb Jörg Trinkwalter als Leiter des Cluster-Managements Medical Valley in der Metropolregion. Zum Thema "Spitzencluster Medizintechnik als Stadt-Land-Partnerschaft" beschrieb er technische Assistenzsysteme, die mit intelligenter Sensorik die Vitalfunktionen überwachen und Alarm auslösen können. Allerdings zeigt die neueste Studie des Instituts IDC der Diakonie Neuendettelsau aus Fürth zur Zahlungsbreitschaft der Senioren für technische Assistenzsysteme noch Grenzen auf.

1100 Senioren aus der Metropolregion wurden beim Forschungsprojekt "Barrierefreie Gesundheitsassistenz" befragt; rund 20 Prozent haben geantwortet. Dabei sollten die Senioren ein fiktives monatliches Budget von 100 Euro - ähnlich wie beim Handyvertrag - verplanen. Teilbeträge sollten auf die Hilfsfunktionen Sturzmeldung, Outdoor-Ortung und Aktivitätsmessung eines am Körper zu tragenden Geräts verteilt oder einfach gespart werden.
Als Ergebnis zeigte sich, dass die Senioren im Durchschnitt lediglich 51 Euro für ein solches Gerät anlegen und den Rest einsparen wollten. Mehr als die Hälfte wollte sogar nur 40 Euro dafür ausgeben. Auch den pflegenden Angehörigen waren im Durchschnitt diese Leistungen nur 57 Euro wert. Am meisten Interesse bestand an der automatischen Meldung eines Sturzes. Dr. Jürgen Zerth, Institutsleiter des IDC meinte, "dass das Nutzerinteresse erst noch geweckt werden muss". Dennoch sieht er großes Marktpotential, wenn die "Smart-Phone-Generation in Rente geht". Aus Sicht der technischen Anbieter sagte Dr. Achim Hein, Geschäftsführer von EvoCare Erlangen, dass "Technik allein unsere Omas und Opas nicht glücklich macht". Zu den Bedürfnissen älterer Menschen zählte er die Sicherung der ärztlichen und physiotherapeutischen Versorgung und altersgerechtes Wohnen.

"Unter kommunaler Führung müssen die Sozial- und Pflegedienste einbezogen werden. Erst dann kann Technologie folgen.". Den gesellschaftlichen Nutzen bezifferte er mit jährlich zwei Milliarden Euro Ersparnis, wenn alte Menschen 9 bis 12 Monate länger Zuhause leben könnten.

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