05.07.2017 - 22:34 Uhr
Deutschland & Welt

Ankündigung von Volvo Langsamer Abschied vom Verbrennungsmotor

Als erster Autobauer kehrt der schwedische Volvo-Konzern dem reinen Verbrennungsmotor den Rücken - und setzt voll auf Elektroautos. In zwei Jahren will Volvo nur noch Modelle auf den Markt bringen, die auch mit Strom laufen.

Håkan Samuelsson, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Volvo Car Corporation. Archivbild: Uli Deck/dpa
von Agentur DPAProfil

Göteborg/Berlin. Der schwedische Autobauer Volvo hat eine grundlegende Kehrtwende bei der Antriebstechnologie angekündigt. "Alle Autos, die nach 2019 auf den Markt kommen, werden einen Elektromotor haben", sagte Volvo-Chef Håkan Samuelsson am Mittwoch in Göteborg. Damit wollen sich die Schweden Schritt für Schritt von Fahrzeugen mit reinen Verbrennungsmotoren verabschieden. "Wir werden unsere Strategie für die Zukunft unserer Entwicklung ändern", kündigte Samuelsson an. Damit reagiere der Hersteller auf die Bedürfnisse der Kunden, die immer häufiger nach Elektroautos fragten. "Außerdem ist das unser Weg, den Ausstoß an CO2 zu verringern."

Zwischen 2019 und 2021 will Volvo fünf reine E-Autos auf den Markt bringen. Diese Fahrzeuge sollen durch Modelle mit zwei verschiedenen Hybrid-Varianten ergänzt werden. Bei der Mildhybrid-Version unterstützt ein Elektromotor den Verbrenner. Die andere Version gibt es bereits: Beim Plug-in-Hybrid mit Elektro- und Verbrennungsmotor kann der Akku des Fahrzeugs per Stecker aufgeladen werden.

Bis 2025 will Volvo eine Million Elektrofahrzeuge verkaufen. Weltweit verkaufte Volvo 2016 Autos, der Diesel-Anteil ist bislang hoch. Im Mai hatte Samuelsson angekündigt, kein Geld mehr in die Entwicklung neuer Dieselmotoren zu stecken. Vor allem der Diesel ist aber derzeit in der Kritik. Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen, Differenzen zwischen Abgaswerten auf dem Prüfstand und im realen Verkehr sowie eine Debatte um Fahrverbote für ältere Diesel-Modelle haben offensichtlich für Verunsicherung gesorgt. Die Diesel-Neuzulassungen sind auf Talfahrt.

Nur 23 024 Anträge für E-Auto-Kaufprämie

Ein Jahr nach ihrer Einführung hat die Prämie für Elektrofahrzeuge noch nicht gezündet. Bis Ende Juni wurden in Deutschland 23 024 Anträge auf den Zuschuss gestellt, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Mittwoch in Eschborn mitteilte. Davon waren rund 13 080 Anträge für reine Elektroautos und 9937 für Plug-In-Hybride. 10 150 Anträge entfielen auf Privatpersonen, der Rest vor allem auf Unternehmen. Die Kaufprämie kann seit Anfang Juli 2016 beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro, für Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3000 Euro. Mit der Prämie soll die Nachfrage nach E-Autos angekurbelt werden. Die Bundesregierung erwartete zum Start, dass so der Kauf von "mindestens 300 000 Fahrzeugen" angeschoben wird. Die Mittel, die bis Ende Juni 2019 nicht abgerufen werden, verfallen. (dpa)

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