31.01.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Anleger machen Fehler - Finanzexperte Marc Christoph Hempel gibt bei Jungbauern Insidertipps Sparbuch kann man sich sparen

von Redaktion OnetzProfil

Letzau. (sbü) "Gut 90 Prozent der Bevölkerung legen ihr Geld in konventionellen Anlagen wie Sparkonten, Lebensversicherungen oder Festgeld mit Verzinsungen meist zwischen 0 und 2 Prozent an. Gemessen an der jahresdurchschnittlichen Inflationsrate seit 1960 von 2,9 Prozent führt das Jahr für Jahr zum Wertverlust."

Mit diesem Vorwurf konfrontierte Marc Christoph Hempel, Geschäftsführer des bundesweit agierenden Finanzdienstleisters confidoInvest aus Marktredwitz, die Jungbauernschaft im Landkreis Neustadt in der Jahreserstversammlung beim Sparrer-Wirt. Und Hempel legte nach: "Der Staat wird wegen der hohen Verschuldung noch jahrelang am niedrigen Zinsniveau festhalten". Damit entstünde wenig Aussicht auf bald steigende Zinsen bei "Sparbuch & Co". Die Geschichte der Staatsfinanzen zeige, dass sich dann Jahre später der Staat über Inflationsraten entschulden werde. Auch darin sieht der Finanzexperte den Grund, langfristige Anlageformen mit höherer Verzinsung zu empfehlen.
Bevor er Lösungsmöglichkeiten aufzeigte, fragte er: "Wie legten Profis wie Buffet, Kostolany oder Ackermann ihr Geld an?" Seine Antwort: bestimmt nicht auf Sparkonten oder in Lebensversicherungen. Die großen deutschen Banken wiesen dagegen in ihren Geschäftsberichten immer ein lange Liste von Unternehmensbeteiligungen mit jahresdurchschnittlichen Renditen von zirka zehn Prozent aus. Der Aktienerwerb von Kleinanlegern führe fast immer zur Enttäuschung. "Sie kommen fast immer zu spät, gehen zu früh und machen zwischendurch alles falsch", ironisierte Hempel.

Empfehlungen an die Adresse der Landwirte als Unternehmer laufen im Kern auf eine breite Risikostreuung hinaus. Keine großen Summen seien notwendig, Sparpläne auf Monatsbasis gäbe es auch. Zu allen Zeiten gäbe es Unternehmen, die "gute Gewinne machen". Mit Investmentfonds könne man dabei sein. Der richtige Fondsmanager sorge für laufende Aktualisierung der Beteiligungen. Aktien seien unter anderem durchaus sinnvoll, aber es müssten schon rund 150 Werte sein, um das Risiko ausreichend zu streuen. Professionelle Hilfe sei bei der Anlage erforderlich, denn Profis reagierten, bevor ein Ereignis in der Zeitung stehe.
Hedgefonds sieht Hempel wenig positiv, dagegen favorisiere er weltweit ausgerichtete Hochzinsanleihen, auch aus Richtung Indien und China, einschließlich Brasilien. "Grund und Boden" könne beigemischt werden, aber von verbrieftem Gold solle man die Finger lassen. Davon sei schon die doppelte Menge der tatsächlichen Goldbestände verkauft worden. "Wenn Gold, dann in physischer Form", empfiehlt er. Altersvorsorge für unter 50-Jährige könnten Sparpläne mit Aktienfondsanlagen sein, Älteren empfiehlt er Hochzinsanleihen. Das individuelle Risikoprofil sei immer zu berücksichtigen und langfristiges Denken angebracht.

Für Geldanlagen zitierte Hempel das geflügelte Wort "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzzäune und die anderen Windmühlen". Hempel will anscheinend, dass seine Zuhörer zu "Windmühlenbauern" werden. Bild: sbü

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