Asiatische Investoren steigen ein
Durchstarten mit Here-Karten

Das Logo des Kartendienstes Here vor Bildschirmen mit einem Stadtplan. Archivbild: dpa

Eindhoven. Die deutschen Autobauer BMW, Audi und Daimler holen bei ihrem Kartendienst Here asiatische Investoren an Bord, um den lukrativen Zukunftsmarkt China zu erschließen. Insgesamt zehn Prozent der früheren Nokia-Tochter gehen an den chinesischen Kartenanbieter Navinfo, den ebenfalls aus China stammenden Internetkonzern Tencent sowie den Staatsfonds GIC aus Singapur. Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit.

Mit Navinfo gründet Here eine Gemeinschaftsfirma mit gleichen Beteiligungen. In dem Gemeinschaftsunternehmen sollen unter anderem die Here-Plattform für China lokalisiert, exakte Karten für das Land erstellt und Dienste wie Flottenmanagement angeboten werden. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Die drei deutschen Autokonzerne hatten Here für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Ziel ist auch, eine Plattform für Geschäftsmodelle in vernetzten Autos zu schaffen, um in diesem Markt Internet-Riesen wie Google und Apple eigene Angebote entgegenstellen zu können. Die drei Autohersteller hatten immer betont, dass sie Here als offene Plattform betreiben und gegebenenfalls auch neue Partner gewinnen wollen. Im Dezember kündigte dann der französische Autokonzern PSA mit den Marken Peugeot und Citroen an, die Here-Karten für Tests seiner selbstfahrenden Fahrzeuge zu nutzen.

Hochpräzise Karten wie die von Here gelten als ein Schlüssel-Element für die künftige autonome Mobilität. In China arbeitet der Internet-Riese Baidu an eigenen selbstfahrenden Autos und hat auch einen Kartendienst unter eigenem Dach.
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