Audi baut sein erstes Werk in Amerika - Ab 2016 sollen Geländewagen vom Band rollen
Vier Ringe über Mexiko

Bei der Grundsteinlegung für das Audi-Werk in Mexiko übergabt Audi-Chef Rupert Stadler (links) die Schlüssel eines Audi Q5 in einer Sonderedition für die Polizei des Bundesstaates an den Gouverneur von Puebla, Rafael Moreno Valle. Bild: Audi AG

Fast 50 Jahre nach dem Mutterkonzern Volkswagen wagt auch Audi den Sprung über den großen Teich. Die Ingolstädter bauen in Mexiko ihr erstes Werk auf dem amerikanischen Kontinent, am Samstag wurde der Grundstein gelegt. Anfang des Jahres 2016 sollen in San José Chiapa östlich von Mexiko-Stadt die ersten Geländewagen vom Typ Q5 vom Band rollen. Pro Jahr will Audi in Mexiko 150 000 Fahrzeuge für den Weltmarkt produzieren.

"Mexiko bietet Audi ein interessantes Umfeld", sagt Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler. "Es gibt hier zahlreiche Zulieferer, wir können die Dollareffekte gegen den Euro kompensieren, und die über 40 Freihandelsabkommen Mexikos sichern eine gute Anbindung an den Weltmarkt."

Auf einem 400 Hektar großen Gelände im Bundesstaat Puebla errichtet Audi Montagehallen, Lackierereien, ein Presswerk und ein Ausbildungszentrum. Der Autokonzern investiert nach eigenen Angaben 900 Millionen Euro in Mexiko. Langfristig sollen 3800 Arbeitsplätze in San José Chiapa entstehen. Bereits im August beginnen 36 mexikanische Jugendliche ihre duale Ausbildung bei Audi.

Trotz der Krise auf den europäischen Automärkten steht die bayerische VW-Tochter recht gut da. Die ersten drei Monate des Jahres waren gemessen an den Verkaufszahlen das beste Auftaktquartal der Firmengeschichte. Zudem ist Audi der profitabelste deutsche Autobauer der Oberklasse. Angesichts der schwachen Nachfrage in Europa muss sich allerdings auch die VW-Premiummarke nach neuen Absatzmärkten umschauen. "Für uns im Vorstand stellt der Bau des ersten Audi-Werks in Nordamerika eine große Chance dar", sagt Stadler. "Ich halte es strategisch für außerordentlich wichtig, unsere Verkäufe neben Asien und Europa auf eine dritte Säule zu stellen." Stadler hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. "2020 wollen wir in ganz Nordamerika 300 000 Autos verkaufen, davon 15 000 in Mexiko", sagt der Audi-Vorstand. Vergangenes Jahr setzte Audi in Mexiko 9500 Fahrzeuge ab. Der Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer, Johannes Hauser, glaubt an die Attraktivität des Standorts. "Audi wird nicht der letzte Automobilkonzern gewesen sein, der in Mexiko investiert."
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