Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds
Azubis sind zufrieden und arbeiten zuviel

Ein Auszubildender beim Gasschweißen. Knapp drei Viertel der Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Berlin. (KNA) Ein gutes Drittel der Auszubildenden leistet einer Umfrage zufolge regelmäßig Überstunden - im Schnitt etwa vier Stunden pro Woche. Bei einem ähnlichen Anteil der Azubis liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor. Knapp drei Viertel der Befragten sind mit der Ausbildung zufrieden. Zu diesen Ergebnissen kommt der Ausbildungsreport, den der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vorstellte.

Laut Bericht gibt es erhebliche Branchenunterschiede: Mechatroniker, Industriekaufleute und Industriemechaniker sind überdurchschnittlich zufrieden mit ihrer Ausbildung, während Friseure, Azubis in Teilen des Hotel- und Gaststättenbereichs und Fachverkäufer in der Lebensmittelbranche ihre Ausbildungsbetriebe eher schlecht bewerten.

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, fühlt sich etwa die Hälfte der Befragten durch die Berufsschule gut auf die theoretische Prüfung vorbereitet. Die Abstimmung zwischen Betrieb und Schule lasse aus Sicht der Befragten aber häufig zu wünschen übrig. Auch sei an vielen Berufsschulen die Ausstattung mangelhaft.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist nach Einschätzung des Gewerkschaftsbunds weiter angespannt, auch wenn es im vergangenen Jahr 43 000 unbesetzte Ausbildungsstellen gab. Ihnen gegenüber stünden 280 000 junge Menschen, die 2016 keinen Ausbildungsplatz gefunden hätten. Vor allem Hauptschulabsolventen hätten es auf dem Ausbildungsmarkt schwer.

An der repräsentativen Befragung beteiligten sich den Angaben nach 12 191 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen.
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