02.07.2017 - 20:44 Uhr
Deutschland & Welt

Bahnchef Lutz will Konkurrenz zurückdrängen Gegen Flieger und Fernbus

Berlin. Die Deutsche Bahn will im Konkurrenzkampf mit Flugzeugen und Fernbussen Tempo machen und lockt dafür auch mit stabilerem Internet für alle Reisenden im ICE. "Kostenloses W-LAN ist für unsere Kunden sehr wichtig. Das haben wir verstanden", sagte Bahnchef Richard Lutz nach 100 Tagen im Amt. "Wir haben pro Tag in den ICEs etwa 130 000 Nutzer, die im Schnitt zwei Stunden im System sind." Mit dem Start der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-München im Dezember würden die ICE eine "sehr ernsthafte Alternative gegenüber dem Flieger". Im Wettbewerb mit Fernbussen erkennt Lutz ebenfalls bessere Angriffsmöglichkeiten.

Richard Lutz. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

"Man sieht, dass Flixbus - mit über 90 Prozent Marktanteil - Verbindungen streicht und Preise erhöht", sagte Lutz mit Blick auf den größten Fernbusanbieter. "So gesehen wird im Vergleich die Schiene wieder attraktiver." Die Bahn selbst war 2016 aus dem wachsenen Fernbusmarkt ausgestiegen. Dadurch habe der Konzern die Kunden "wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt und viele Dinge angestoßen, die uns jetzt guttun und die auch der Kunde honoriert".

Innerdeutschen Flügen will Lutz den Kampf ansagen. "Viele Kunden werden vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen", sagte er mit Blick auf die neue Strecke Berlin-München. Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember kommt der letzte schnelle Abschnitt hinzu. Zwischen den Metropolen fahren dann täglich drei "Sprinter" in 3:55 Stunden und 15 normale ICE (4:25 Stunden). Bislang dauert die Fahrt gut sechs Stunden.

W-LAN im ICE, das die Bahn seit dem Jahreswechsel auch in der Zweiten Klasse gratis anbietet, funktioniere stabil. "Man spürt schon, dass das ein Thema war, das die Kunden umgetrieben hat und eines der Ärgernisse war", sagte Lutz. Schrittweise sollten auch im Nahverkehr Zugänge für Fahrgäste kommen.

Über eine mögliche Fahrpreiserhöhung im Dezember sei noch nicht entschieden, so Lutz. Eine Entscheidung sei frühestens im September zu erwarten.

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