20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bauernverband rechnet bei Getreide mit Ertrag über dem Vorjahr Freude über Ernte, Ärger über Preise

(dpa/epd) Die deutschen Landwirte haben in diesem Sommer eine Spitzenernte eingefahren, blicken aber besorgt auf niedrigere Preise. Verbraucher können dagegen beispielsweise mit günstigeren Kartoffeln rechnen.

Die Mähdrescher laufen auf Hochtouren: Mit überdurchschnittlich hohen Getreidemengen bei der Ernte können die Landwirte in Deutschland zufrieden sein. Archivbild: Götz
von Redaktion OnetzProfil

Mit rund 50 Millionen Tonnen Getreide seien rund fünf Prozent mehr von den Feldern geholt worden als bei der Ernte 2013, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) am Dienstag nach vorläufigen Daten mit. Zuletzt war sei so hohes Niveau 2008 erreicht worden.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach von einer überdurchschnittliche Ernte beim Getreide. Allerdings seien im Süden und Westen Deutschlands Einbußen zu verzeichnen gewesen. Wegen ungünstigen Wetters mit Sturm, starkem Regen und Hagel sei die Ernte in manchen Regionen "eine echte Hängepartie" geworden. In den östlichen Bundesländern stehe noch rund ein Drittel des Weizens auf den Feldern. Feuchtes Korn müsse mancherorts eigens getrocknet werden.

Weniger Roggen

Bei Winterweizen als wichtigster Getreideart in Deutschland stieg die geerntete Menge auf gut 26 Millionen Tonnen - fast 1,6 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Auch bei Raps und Wintergerste gab es Zuwächse. Bei Roggen dürfte die Erntemenge dagegen spürbar sinken, nachdem die Anbauflächen stark reduziert worden waren. Der Regen zum Abschluss der Ernte dürften Zuckerrüben und Mais noch zugutekommen.

Auch in Bayern fällt die Getreideernte üppig aus. Erstmals seit 2009 hätten die Getreidebauern wieder mehr als sieben Millionen Tonnen geerntet, teilte der Bayerische Bauernverband (BBV) mit. Mit voraussichtlich über 7,5 Millionen Tonnen Getreide und mehr als 500 000 Tonnen Raps hätten die bayerischen Ackerbauern ein Spitzenergebnis erzielen können.

Die Ernte sei in vielen Regionen weitgehend abgeschlossen, sagte der Vorsitzende des BBV-Landesfachausschusses für Pflanzenbau, Hermann Greif. Nur in den Höhenlagen gebe es nennenswerte Flächen, die noch nicht abgeerntet seien. Die betroffenen Bauern hofften nun auf besseres Wetter. "Vor allem die Niederschläge der vergangenen Wochen machten die Ernte regional zur Nervensache und sorgten für Ernteverzögerungen und jetzt auch allmählich für Qualitätseinbußen", sagte Greif.

Gestiegene Kosten

Angesichts größerer Erntemengen auf dem Weltmarkt seien die Preise unter Druck geraten, teilte der DBV weiter mit. So liege der Erzeugerpreis bei Winterweizen bei etwa 150 Euro pro Tonne, nachdem es im Vorjahr 180 Euro gewesen seien. Bei Produkten, die nicht aufwendig weiterverarbeitet werden, wie etwa Kartoffeln, dürften sinkende Erzeugerpreise auch bei den Kunden ankommen. Greif ergänzt, viele Bauern könnten aufgrund der niedrigen Preise die gestiegenen Kosten für Maschinen, Pacht und Betriebsmittel bezahlen.

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