08.01.2018 - 20:16 Uhr
Deutschland & Welt

BDI droht Verschärfung von Klimaschutzauflagen und höheren Energiekosten mit ...: Industrie warnt vor Alleingängen

Berlin. BDI-Präsident Dieter Kempf hat vor Alleingängen Deutschlands in der Energie- und Klimapolitik gewarnt. Das sei kontraproduktiv, denn "Produktion würde ins Ausland verlagert, der Strompreis weiter steigen", sagte der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Der BDI fürchtet erhebliche Mehrkosten bei schärferen Auflagen in der Energie- und Klimapolitik. Archivbild: Julian Stratenschulte/dpa
von Agentur DPAProfil

"Zu den Leitlinien der Energie- und Klimapolitik sollte keine Schwächung, sondern die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit gehören." Weiter sagte Kempf: "Durch den anhaltenden Aufschwung, der ins neunte Jahr geht, wird mehr verbraucht. Wir haben fast zwei Millionen mehr Einwohner als vorhergesehen. Deutschland wird, anders als geplant, 2022 aus der Kernkraft ausgestiegen sein." Die Industrie stehe zum Pariser Klimaschutzabkommen. Dessen Ziele bezögen sich aber auf einen längeren Zeitraum.

Kempf kündigte an, am 18. Januar solle eine Klimastudie im Auftrag des BDI veröffentlicht werden. Die Industrie wolle umfassende Fakten zu den technischen und wirtschaftlichen Potenzialen des Abbaus von CO2 vorlegen. "Für den Erfolg der Energiewende sind Innovationen und Investitionen zentral. Klimaschutz ist kein finanzieller Selbstläufer. Die meisten notwendigen Investitionen sind mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Das ist volkswirtschaftlich nur möglich, wenn die Anreize richtig ausgestaltet werden."

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte, Deutschland sei das "Strompreis-Eldorado" für die meisten energieintensiven Industrien. "Sie zahlen kaum Netzentgelte und EEG-Umlage und werden dabei mit rund 8 Milliarden Euro von den privaten Haushalten und kleineren Firmen subventioniert." Kempf sollte "die Kirche im Dorf lassen". Klimaschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kritik kam auch von der Umweltorganisation WWF. "Wer wieder einmal mit der Mär der Produktionsverlagerung argumentiert, schürt Ängste, statt der Realität ins Auge zu blicken", sagte Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik.

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