01.02.2018 - 14:18 Uhr
Deutschland & Welt

Bestwerte beim Absatz Daimler legt weiter zu

Nach einem turbulenten Jahr für die Branche kann Daimler mit guten Zahlen glänzen. Für das laufende Jahr übt sich der Autobauer aber in Zurückhaltung.

Der Stern glänzt: Der Autobauer Daimler hat für 2017 Zahlen zu UMsatz, Absatz und Gewinn vorgelegt. Archivbild: Sebastian Gollnow/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Mit neuen Rekordzahlen hat Daimler das von Diesel-Debatte und Kartellvorwürfen überschattete Jahr 2017 zu Ende gebracht. So viele verkaufte Fahrzeuge wie nie zuvor haben auch bei Umsatz und Gewinn zu Bestwerten geführt, wie der Konzern in Stuttgart mitteilte. "Unser Unternehmen ist kerngesund und hochprofitabel", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. Zu den umstrittenen Abgas-Versuchen der Lobbyorganisation EUGT wollte er sich nicht im Detail äußern. Er verwies auf laufende Untersuchungen und betonte, man verabscheue derartige Versuche. Daimler hatte zuvor personelle Konsequenzen gezogen und den Mitarbeiter freigestellt, der die Stuttgarter im EUGT-Vorstand vertreten hatte.

Für 2018 hat sich Daimler unter anderem wegen höherer Kosten für neue Produkte und Technologien vorsichtigere Ziele gesetzt. 2018 dürfte das operative Ergebnis im Konzern wohl lediglich auf dem Niveau des Vorjahres liegen, sagte Zetsche. 2017 hat der Konzern bei einem Umsatz von 164,3 Milliarden Euro (plus sieben Prozent) einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 14,7 Milliarden Euro gemacht, 14 Prozent mehr als im Jahr davor. Beim Gewinn, der unterm Strich auf die Aktionäre entfällt, fiel das Plus noch weitaus deutlicher aus. 10,5 Milliarden Euro bedeuten einen Zuwachs um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hier profitiert Daimler auch von der Steuerreform in den USA. Nach oben geht es auch mit der Prämie für die Mitarbeiter und mit der Dividende. Rund 130 000 nach Tarif Beschäftigte in Deutschland sollen im April zusätzlich 5700 Euro bekommen. Das sei der höchste Betrag der Firmengeschichte. Im Vorjahr gab es 5400 Euro. Die Aktionäre sollen 3,65 Euro Dividende je Aktie bekommen - 40 Cent mehr.

Beim Absatz der Kernmarke Mercedes-Benz hatte die Dynamik in den letzten drei Monaten des Jahres nachgelassen. Aufs Jahr gesehen zeigten die Werte aber aufgrund des Schwungs in China und bei den teuren Sportgeländewagen (SUV) weiter nach oben. 2,29 Millionen Mercedes-Benz - Smart zählt hier nicht mit - wurden 2017 verkauft und damit 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Und auch mehr Diesel, betonte Zetsche, wenngleich der Anteil in Europa angesichts noch stärker gestiegener Benziner-Verkäufe leicht zurückgegangen sei. Der wichtigste Geschäftsteil von Daimler dürfte künftig von Kosten für neue Technologien wie Elektroautos und Assistenzsysteme belastet werden. Unter der neuen Marke EQ will Daimler bis 2022 in allen Segmenten auch Wagen mit elektrischen Antrieben anbieten. Das kostet zunächst Geld. Die Investitionen sollen konzernweit im Mittel dieses und des kommenden Jahres rund 700 Millionen Euro höher liegen als 2017, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben um rund 200 Millionen. Der Löwenanteil des Geldes fließt in die Pkw-Sparte.

Daimler ist derzeit auf dem Weg, drei eigenständige Gesellschaften unter dem Konzerndach zu bilden: eine für Pkw und Vans, eine für Lastwagen und Busse sowie für die Finanzdienstleistungen. Die endgültigen Beschlüsse müssten erst noch gefasst werden, sagte Finanzchef Bodo Uebber.

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