14.03.2018 - 15:48 Uhr
Deutschland & Welt

Bilanzvorlage Nach Gewinnplus zahlt Adidas höhere Dividende

Beim Umsatz hat Adidas-Chef Kasper Rorsted inzwischen geliefert, beim Gewinn sieht er noch Nachholbedarf. Bis 2020 will er aber auch den letzten Anleger zufrieden stellen.

Der Sportartikelhersteller Adidas hat am Mittwoch die Bilanz vorgelegt. Bild: Daniel Karmann/dpa
von Agentur DPAProfil

Herzogenaurach. Der Sportartikelhersteller Adidas will nach einem Wachstumsschub im abgelaufenen Jahr künftig auch beim Gewinn stärker zulegen. Bis zum Jahr 2020 strebt Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted neben einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von 10 bis 12 Prozent einen Gewinnzuwachs pro Jahr von 22 bis 24 Prozent an. Umsatzwachstum allein reiche für ein Unternehmen wie Adidas nicht, machte Rorsted am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2017 in Herzogenaurach (Mittelfranken) deutlich.

"Wir haben nicht die Absicht, Umsatz um des Umsatzes Willen zu machen", betonte Rorsted. Zentrales Ziel bleibe die Profitabilität. Zudem will Rorsted den weltweiten Adidas-Marktanteil weiter ausbauen. Dabei stellte er auch klar, dass bis 2020 auch das Adidas-Sorgenkind Reebok profitabel sein müsse, wenn die Marke weiterhin Mitglied der Adidas-Familie sein wolle. Reebok habe im vergangenen Jahr den weltweiten Umsatz zwar um vier Prozent steigern können, die Gewinnschwelle aber noch nicht erreicht.

Adidas hat 2017 seinen Umsatz im Vergleich zu 2016 um 14,8 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro steigern können. Nicht fortgeführte Geschäfte - hauptsächlich die Golf-Sparte - ausgeblendet, verbessere sich der Gewinn um ein gutes Viertel auf 1,35 Milliarden Euro. Unter dem Strich legte der Konzerngewinn um 7,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Für den vergleichsweise geringen Zuwachs hat nach Rorsteds Angaben unter anderem US-Präsident Donald Trump mit seiner Unternehmenssteuer-Reform gesorgt. Als Folge konnte Adidas frühere Verluste im US-Geschäft beim Fiskus in den USA nur noch in geringerem Umfang geltend machen.

Seinen Aktionären will der Sportartikelhersteller eine höhere Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll für 2017 auf 2,60 Euro je Aktie steigen. Dies sind 60 Cent mehr als im Vorjahr. Zuvor hatte der Konzern einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt.

Rorsted räumte ein, dass die enorme Nachfrage nach Adidas-Produkten dem Unternehmen inzwischen teilweise über den Kopf wachse. Die Kapazitäten reichten inzwischen in manchen Regionen nicht mehr aus, um leer geräumte Regale rasch auffüllen zu können. Lieferengpässe hätten im vergangenen Jahr vor allem das Wachstum auf dem wichtigen US-Markt gebremst. Die Unternehmensführung habe inzwischen mit einem Ausbau der Lagerlogistik reagiert. Zusätzlichen Schub erwartet sich der Sportartikelhersteller in diesem Jahr von der Fußball-WM in Russland. Angaben zu den im Zusammenhang mit der WM erwarteten Umsatzzuwächsen machte Rorsted allerdings nicht.

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