28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Billigimporte aus Polen und Preiskampf belasten die deutschen Hersteller Frust bei Möbelmachern

Trotz leicht steigender Umsätze ist die deutsche Möbelindustrie nicht zufrieden. Denn bei den Verkaufszahlen ist noch Luft nach oben, meint der Branchenverband. Allerdings gibt es in Sachen Werbung, Internet und ausländischer Konkurrenz noch einiges zu tun.

Massenware aus dem Hochregallager bereitet den deutschen Möbelherstellern Sorgen. Trotz leicht steigender Umsätze ist die Branche alles andere als zufrieden mit ihrer Situation. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Umsätze sind nach einem Rückgang 2013 nun wieder auf dem Weg der Besserung. In den ersten sechs Monaten 2014 stiegen sie um 1,6 Prozent auf rund 8,1 Milliarden Euro. Aber der neue Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Axel Schramm, bleibt kritisch. "Unsere Branche tritt wirtschaftlich auf der Stelle", klagte er am Mittwoch in Köln. Und das, obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Konsumfreude und viel Wohnungsbau positiv seien.

"Wir schaffen es noch nicht, uns gegen unsere Konkurrenten im Kampf um das Portemonnaie des Verbrauchers erfolgreich zu behaupten", meint er. Noch immer regiere im Möbelhandel zu oft der Rotstift. "'50 Prozent auf alles' und ein Wiener Schnitzel für 2,99 Euro begeistern mich natürlich überhaupt nicht", sagt der VDM-Präsident. "Wir müssen nicht nur über den Preis, sondern über Argumente verkaufen." Diese Argumente hießen "Qualität" und "Design". Nach dem Willen des VDM soll daher ein Label "Made in Germany" die Kompetenz der knapp 530 deutschen Möbelhersteller unterstreichen - die Abstimmung darüber läuft noch auf EU-Ebene. Auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Möbeln könnte ein Mittel im Kampf gegen Billigimporte sein, hofft der Verband.

Mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften Möbel stammt aus dem Ausland, vor allem aus Polen. Deutschen Herstellern ist dies ein Dorn im Auge, denn die polnische Möbelindustrie habe Subventionen aus dem Europäischen Strukturfonds erhalten, so dass der faire Wettbewerb torpediert werde.

Viel zu tun gibt es auch noch beim Thema Online-Shopping. Der Trend, dass Konsumenten zunehmend auch Möbel im Internet kaufen wollen, ist in der Branche größtenteils noch nicht angekommen. Aber "ein komplexes Kulturgut wie Möbel" lasse sich nicht ausschließlich am Computer begutachten und erleben, sagte Schramm. Deswegen werden die klassischen Möbelhäuser seiner Ansicht nach auch in Zukunft ihre Bedeutung behalten.

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