23.02.2017 - 11:36 Uhr
Deutschland & Welt

Bundesbank-Gewinn 2016 drastisch gesunken Nur 400 Millionen Euro für Schäuble

Frankfurt. Die Deutsche Bundesbank überweist dem Bund für das vergangene Jahr nur knapp 400 Millionen Euro - und damit nicht einmal die Hälfte ihres drastisch gesunkenen Gewinns. Der Überschuss fiel 2016 mit rund einer Milliarde Euro deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor. Das teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Im Vorjahr betrug der Gewinn 3,2 Milliarden Euro.

Weniger als eingeplant: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im Haushalt für 2017 2,5 Milliarden Euro von der Bundesbank eingeplant. Doch es kommen nur 400 Millionen. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Bundesbank erhöhte ihre Vorsorge für Risiken aus der gemeinsamen Geldpolitik für den Euroraum deutlich. Weil zudem 600 Millionen Euro für Pensionsrückstellungen verbucht wurden, schmolz die Überweisung für den Bund kräftig. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im Haushalt für 2017 wie in den vergangenen Jahren 2,5 Milliarden Euro von der Bundesbank eingeplant. Doch die Notenbank stockte ihre sogenannten Wagnisrückstellungen um 1,8 Milliarden Euro auf 15,4 Milliarden Euro auf. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann begründet dies vor allem mit Zinsänderungsrisiken, die sich aus den wachsenden Wertpapierbeständen aus den Ankaufprogrammen im Rahmen der EZB-Politik ergäben.

Als Teil des Eurosystems muss sich die Bundesbank an dem gewaltigen Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für Staats- und Unternehmensanleihen beteiligen, das seit März 2015 läuft. Die Wertpapiere sind zwar auch eine Einnahmequelle, denn die Zinserträge aus diesen Geschäften kommen anteilig der Bundesbank zugute. Zinserträge sind traditionell die wichtigste Quelle des Bundesbank-Gewinns. Die Bundesbank sieht den Kauf von Staatsanleihen - zumal von Papieren aus Krisenstaaten - allerdings kritisch.

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