Bundesbank: Schulden kosten Staat weniger Geld
Bund spart sich Milliarden

Der deutsche Staat hat nach Bundesbank-Zahlen dank der extrem niedrigen Zinsen seit der Finanzkrise 2007 rein rechnerisch rund 120 Milliarden Euro eingespart. Seit Jahren sei die durchschnittliche Verzinsung der deutschen Staatsschuld stark rückläufig, erklärte die Notenbank am Montag in Frankfurt. Das lasse sich jedoch "nicht unbedingt in voller Höhe mit einer Haushaltsentlastung gleichsetzen", so die Bundesbank.

Musste der deutsche Staat Anfang der 1990er Jahre im Schnitt noch 8 Prozent Zinsen für seine Schulden zahlen, so lag die Durchschnittsverzinsung 2013 nur noch bei gut 2,6 Prozent. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) - aktuell liegt der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent - drückte den Wert ebenso wie hohe Nachfrage nach als sicher geltenden deutschen Staatspapieren in der Krise. "Die sogenannte finanzielle Repression, also die Entschuldung des Staates auf Kosten der Sparer und Anleger, ist weiter in vollem Gange", beklagte dagegen am Montag Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Anleger sollten sich gerade in Sachen Altersvorsorge neu orientieren.
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