Bundesbank sieht Hilfe für italienische Bank kritisch
„Sorgfältig prüfen“

Berlin/Rom/Brüssel. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor einer Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi durch den italienischen Staat eine sorgfältige Prüfung angemahnt. "Staatliche Gelder sind nur als letztes Mittel vorgesehen, deswegen liegt die Messlatte entsprechend hoch", sagte Weidmann der "Bild" (Dienstag) in Hinblick auf die neuen europäischen Haftungsregeln.

"Grundsätzlich haben wir neue Regeln beschlossen. Diese sollen insbesondere den Steuerzahler schützen und Investoren in der Verantwortung halten." Im Fall Monte dei Paschi seien viele Fragen offen. So müsse die Bank im Kern wirtschaftlich gesund sein. Das Geld dürfe nicht dazu dienen, bereits absehbare Verluste zu decken. "All dies ist nun sorgfältig zu prüfen", sagte Weidmann.

Die italienische Regierung hatte am Freitag ein Rettungspaket für Monte dei Paschi di Siena beschlossen. Das Kabinett schuf die Voraussetzungen für die Bildung eines Fonds mit Mitteln in Höhe von 20 Milliarden Euro. Mit dem Geld sollen auch andere Krisenbanken im Land gestützt werden. Brüssel zeigte sich offen für die Rettungsversuche. Unter gewissen Auflagen sei eine "vorsorgliche Rekapitalisierung" möglich, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag.
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