Bundesrat rudert zurück
Styropor darf wieder verbrannt werden

Ein Arbeiter montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an die Fassade. Bild: dpa

Berlin. Der Bundesrat hat die selbstverschuldete Styropor-Krise auf deutschen Baustellen mit Hilfe eines Moratoriums vorerst beendet. Die Länderkammer setzte am Freitag in Berlin einen erst vor wenigen Wochen in Kraft getretenen Beschluss wieder aus, der Bauhandwerkern die Entsorgung alter Dämmplatten nahezu unmöglich gemacht hatte. Auf manchen Baustellen hatte deswegen nach Angaben von Handwerkern zeitweise Stillstand geherrscht.

Die Wohnungswirtschaft reagierte erfreut. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das Styropor-Moratorium kommende Woche im Bundeskabinett bestätigen, damit es schnellstmöglich in Kraft treten kann. Viele alte Dämmplatten sind mit dem giftigen Brandschutzmittel HBCD imprägniert. Seit Oktober galt die Vorschrift, dass diese Styroporplatten als Sondermüll auch gesondert verbrannt werden sollten. Doch ein Großteil der deutschen Müllverbrennungsanlagen hat überhaupt keine Zulassung für die Verbrennung von HBCD. Viele Dachdecker hatten deswegen große Mühe bei der Entsorgung, die Preise für die Verbrennung stiegen auf mehrere tausend Euro pro Tonne.

Nun darf HBCD-haltiges Styropor wieder wie früher zusammen mit anderen Abfällen verbrannt werden, das Moratorium gilt für ein Jahr. Der Zentralverband des deutschen Handwerks verlangte eine langfristige Lösung: "Es muss sichergestellt sein, dass die Betriebe in einem Jahr nicht erneut einem Entsorgungsnotstand gegenüberstehen und die Entsorger Mondpreise für die Verbrennung fordern", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.
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