Bundesregierung hält sich aus Entwicklung heraus
Rasche Lösung für Air Berlin?

Berlin. Die Bundesregierung setzt auf rasche Ergebnisse der Übernahmegespräche bei der insolventen Air Berlin. "Wir warten jetzt mal ab und hoffen, dass es schnell geht", sagte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Samstag in Berlin. Air Berlin verhandele mit der Lufthansa, mit Easyjet, mit Ryanair. "Ryanair will jetzt sogar die ganze Air Berlin kaufen", sagte Zypries. Ebenso der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl. Die Ministerin: "Es gibt jetzt genug Interessenten. Und wie das dann tatsächlich läuft, damit hat die Bundesregierung nix zu tun und ich persönlich auch nicht."

Vor einer Woche hatte Zypries allerdings erklärt, sie würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernehmen würde. Air Berlin äußerte sich am Wochenende nicht dazu, mit welchen möglichen Partnern derzeit Gespräche geführt werden - auch nicht zum aktuellen Stand. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sprach sich für eine Übernahme durch die Lufthansa aus. "Ich bin dafür, im Rahmen des Rechts die Lufthansa zu stärken. Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen", sagte er der Funke-Mediengruppe (Sonntag).

Ryanair-Chef Michael O'Leary fürchtet eine beherrschende Stellung der Lufthansa im deutschen Markt. Der irische Billigflieger hatte die Lufthansa-Pläne und die Umstände der Air-Berlin-Pleite samt staatlicher Bürgschaft über 150 Millionen Euro scharf als "abgekartetes Spiel" kritisiert und auch Beschwerde beim Bundeskartellamt und bei der EU-Wettbewerbskommission eingelegt.

Zypries verteidigte erneut den Überbrückungskredit. Falls die Regierung das Unternehmen nicht in die Lage versetzt hätte, weiter fliegen zu können, hätten die Flugzeuge auf dem Boden bleiben müssen und Urlauber wären nicht zurück nach Deutschland gekommen. Zudem bleibe so der Wert des Unternehmens und der Flugrechte erstmal erhalten. Der Kredit ist laut "Bild am Sonntag" aber noch nicht unter Dach und Fach. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, es laufe alles planmäßig, man sei in der "technischen Umsetzung". Dem Blatt zufolge ist weder der Vertrag unterschrieben noch Geld geflossen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.