09.01.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

CES-Elektronik-Messe in Las Vegas zeigt die Vision einer vernetzten Welt: Sensoren in Mülltonnen und im Kühlschrank

Bei John Chambers hört sich alles ganz einfach an: Der Chef des IT-Ausrüsters Cisco schwelgt auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas in seiner Vision der vernetzten Welt. Darin messen Sensoren in Mülltonnen, wie voll die Behälter sind, damit sie immer zur rechten Zeit abgeholt werden.

Die Elektronik-Messe CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas konfrontiert die Besucher mit einer total vernetzten Welt - mit Sensoren in der Zahnbürste, im Kühlschrank und in der Mülltonne. Die Schau läuft bis Freitag. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Einkaufswagen mit WLAN funken die Position eines Ladenbesuchers ans Geschäft, das so Sonderangebote in Echtzeit machen kann. "Es wird eine neue Art von IT geben", sagt Chambers, schneller, vernetzter, ausgerichtet auf das Durchforsten immer größerer Datenmengen. Viele Firmen werkeln mit Hochdruck an der vernetzten Zukunft. Auf der Messe CES werden mit dem Internet verbundene Zahnbürsten, Fitness-Tracker und Waschmaschinen vorgestellt. Sensoren werden im Haushalt verteilt und können beispielsweise daran erinnern, rechtzeitig Medikamente einzunehmen: Ein an der Tabletten-Dose angebrachtes Mini-Gerät erkennt, ob sie benutzt wurde. Der Name dieses Systems der Firma Sense lautet passenderweise "Mother", Mutter. Die Technik ersetzt das wachsame Auge der Eltern.

Bei Stau läutet der Wecker

Auch das Auto wird ans Internet angeschlossen. Herrscht morgens Stau, könnte das Auto die Alarmfunktion des Handys aufrufen und den Wecker 20 Minuten vorstellen. "Das ist es, was wir letztlich sehen werden", sagt Inrix-Manager James Bak. Die Vernetzung soll das Leben einfacher machen, so verkaufen die Unternehmen ihre Zukunftsvision. "Es macht dich zu einem besseren Menschen", scherzte die Komikerin Sarah Silvermann bei dem Aufritt von Cisco. Die Branche meint das ernst: "Tragbare Sensoren verbessern unsere Leben", erklärte der Chef des Messeveranstalters CEA, Gary Shapiro. Dabei werden immer mehr Daten über die Menschen gesammelt. Bald werden Unternehmen wissen, was ihre Kunden im Kühlschrank haben, wann sie normalerweise nach Hause kommen, und ob ihre Kinder sich ordentlich die Zähne putzen.
Die Kunden, die sich auf diesen digitalen Lebenswandel einlassen, müssen darauf vertrauen, dass die Firmen ihre Daten vor dem Zugriff von außen schützen - und sie auch nicht selbst weiterreichen. Das gibt durchaus Anlass zur Sorge. Das US-Magazin Wired warnte schon vor den enormen Sicherheitslücken der vernetzten Systeme. Hacker könnten sich häufig einfach Zugriff verschaffen, besonders über anfällige Router, die die Geräte mit dem Internet verbinden.

Weitere Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/ces2014

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