04.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Daimler-Tochter Moovel übernimmt den Betreiber der App "MyTaxi" Mitfahren per Fingertipp

Mitten im Branchenstreit mit dem Fahrdienst Uber steigt der Autokonzern Daimler stärker ins Taxi-Geschäft ein. Die Daimler-Tochterfirma Moovel übernimmt den Betreiber der Taxivermittlungs-App "MyTaxi", die Intelligent Apps GmbH aus Hamburg. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, laut Insidern dürfte sich dieser aber im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen.

Mit der Smartphone-Anwendung "MyTaxi" kann man sich ein Taxi bestellen, dessen Anfahrt verfolgen und die Fahrt bargeldlos bezahlen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Mit Hilfe der Übernahme solle die internationale Expansion der Taxi-App vorangetrieben werden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Moovel hielt bereits zuvor Anteile an "MyTaxi". Seit 2012 habe die Zusammenarbeit der beiden Firmen eine "überaus dynamische Entwicklung" genommen, sagte Moovel-Chef Robert Henrich. "Mobilität wird sich in Zukunft sehr tiefgreifend verändern", erklärte er. "Und wir stehen gerade erst am Anfang der Entwicklung."

Zugleich übernimmt Moovel für den Markt in Nordamerika den Anbieter RideScout. Beide Unternehmen sollen an ihren bisherigen Standorten eigenständig weitergeführt werden. Neben Daimler investieren auch Hersteller wie BMW oder Volkswagen in neue Mobilitätskonzepte.

100 Millionen Euro Umsatz

"MyTaxi" werde noch weiter in die Plattform von Moovel integriert, hieß es. Neben dem öffentlichen Nahverkehr und der Bahn spielten dort auch Taxis und Mitfahrangebote eine maßgebliche Rolle. Mit über zehn Millionen Downloads sei "MyTaxi" weltweit Spitzenreiter unter den Taxivermittlungs-Apps, hieß es.

Das neue Geschäft bringt Daimler inzwischen Erlöse, auch wenn diese bei einem Jahresumsatz von fast 120 Milliarden Euro nur einen sehr kleinen Teil ausmachen. "Wir werden mit Car2Go und Moovel einen Umsatz von 100 Millionen Euro bis Ende 2014 erreichen", sagte Moovel-Finanzchef Marcus Spickermann.

Friedliche Koexistenz

Die Daimler-Tochter will mit den Übernahmen ihre Position in einem sich rasant entwickelnden Markt ausbauen. Anders als Anbieter wie etwa das amerikanische Start-up Uber, das auch private Fahrer mit Kunden zusammenbringt und so das Taxigewerbe gegen sich aufbringt, strebt Moovel eine friedliche Kooperation mit den etablierten Zentralen an. "Wir suchen die Zusammenarbeit und möchten eine Einladung dazu aussprechen", sagte Henrich. Gerade in Deutschland gebe es ein hohes, schützenswertes Qualitätsniveau.

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