Deal zwischen Bayer und Monsanto
Aktionäre stimmen zu

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann (links) und Monsanto-Boss Hugh Grant sind sich einig. Die Monsanto-Aktionäre auch. Bild: Bayer/dpa

Einer der Mega-Deals des Jahres nimmt Gestalt an: Der deutsche Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer hat bei der Rekordübernahme des umstrittenen US-Saatgutspezialisten Monsanto eine wichtige Hürde genommen.

St. Louis/Leverkusen. Die Monsanto-Aktionäre stimmten dem insgesamt rund 66 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmegebot der Deutschen am Dienstag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung wie erwartet zu. Das Votum fiel mit 99 Prozent deutlich aus. Mit dem Zukauf würde Bayer auf einen Schlag zur globalen Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln aufsteigen. Für den Abschluss des Deals fehlen noch Genehmigungen durch die Behörden rund um den Globus. Mit einem Abschluss der Transaktion wird Ende 2017 gerechnet. Es wäre die größte Übernahme eines deutschen Konzerns im Ausland.

Hoher Handlungsdruck

Im September hatte Bayer-Chef Werner Baumann die Übernahme des umstrittenen US-Konzerns verkündet. Mit einer Pflichtwandelanleihe hatte Bayer zuletzt auch bei der Finanzierung Tempo gemacht und zuvor bei Banken Kredite über rund 57 Milliarden Dollar gesichert.

Bayer und Monsanto stehen mit ihrem Mega-Deal nicht allein: Der chinesische Staatskonzern Chem China will den Agrarchemiekonzern Syngenta aus der Schweiz schlucken. Vor einem Jahr brachten Dow Chemical und Dupont ihre Fusion auf den Weg. Sie würden damit erst einmal den Branchenprimus BASF vom Thron stoßen. Allerdings wollen sich die beiden US-Konzerne nach der geplanten Fusion in drei börsennotierte Unternehmen aufspalten - darunter ein Spezialist für Agrarchemikalien.

Der Handlungsdruck in der Branche ist angesichts des Preisverfalls wichtiger Agrargüter wie etwa Weizen und dem Spardruck der Landwirte enorm. Gleichzeitig steht die Branche angesichts des anhaltenden Bevölkerungswachstums und des Klimawandels vor großen Herausforderungen. So wächst die Zahl der Menschen auf der Erde bis zum Jahr 2050 laut Experten um rund drei auf zehn Milliarden. Dabei nimmt die bebaubare Fläche kaum noch zu. Der Markt verspricht also langfristig Wachstum.

Die Mega-Übernahme stößt aber nicht nur auf Zustimmung. So forderten etwa Umweltschützer und Hilfsorganisationen die Kartellbehörden auf, die Hochzeit der beiden Giganten zu verhindern. Monsanto, Syngenta, Bayer, Dupont, Dow Chemical und BASF kontrollierten schon heute 75 Prozent des globalen Agrarchemiemarktes und mehr als 60 Prozent des Saatgutmarktes, hieß es zur Begründung.
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