04.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Onlinehändler Zalando liefert vor dem geplanten Börsengang erstmals konkrete Zahlen Millionen-Gewinn ausgepackt

Es wird einer der spannendsten Börsengänge in Deutschland: Die Aktienplatzierung des Onlinehändlers Zalando soll noch in diesem Jahr kommen. Wie groß der Börsengang am Ende wird und wann genau er kommt, ist aber noch unbekannt.

Die Zalando-Geschäftsführer (von links) David Schneider, Rubin Ritter und Robert Gentz bereiten den Börsengang ihrer Firma vor. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zalando will 10 bis 11 Prozent am Unternehmen auf den Markt bringen. Es gab zunächst auch keine Hinweise darauf, wie teuer die Aktien werden sollen. "Abhängig vom Börsenumfeld" solle die Aktienplatzierung im zweiten Halbjahr 2014 über die Bühne gehen, teilte die Zalando SE am Mittwoch in Berlin mit. Die Verhandlungen über die Höhe des Emissionsvolumens hätten bis in die Abendstunden am Dienstag angedauert, schrieb das "Handelsblatt". Finanzkreisen zufolge könne es bis zu 750 Millionen Euro betragen, berichtete die Zeitung.

Nach bisherigen Informationen wollte Zalando beim Börsengang eine Gesamtbewertung von bis zu fünf Milliarden Euro anstreben. So hieß es am Mittwoch von Insidern auch, ein Emissionsvolumen von etwa 500 Millionen Euro sei realistischer. Mit dem ersten Handelstag an der Börse sei nicht vor Anfang Oktober zu rechnen.

Ein "logischer Schritt"

Die großen Zalando-Aktionäre (siehe Infokasten) wollen an Bord bleiben und bei dem Börsengang keine Aktien verkaufen. "Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung", hieß es. Im Juli besorgte sich Zalando zudem eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando", erklärte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter in der Mitteilung.

13,7 Millionen Kunden

Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne ("Schrei vor Glück!") schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden. Die Firma schaffte es nach Anlaufverlusten zuletzt in die schwarzen Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Unterm Strich kam ein Gewinn von 29 Millionen Euro heraus. Im Vorjahresquartal hatte Zalando noch 33,5 Millionen Euro Verlust gemacht.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 57 Prozent den Großteil des Geschäfts. Hier ist das Unternehmen auch deutlich profitabler: Im ersten Halbjahr 2014 lag die operative Marge bei 3,8 Prozent gegenüber 0,3 Prozent im gesamten Geschäft.

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