01.02.2017 - 14:28 Uhr
Deutschland & Welt

Deutlicher Gewinnsprung Für Siemens geht’s nach vorne

Zur Hauptversammlung können sich die Anleger bei Siemens über einen Gewinnsprung freuen. Auch die Nachfolge von Chefaufseher Gerhard Cromme ist geregelt. Doch die politischen Entwicklungen in den USA bergen Risiken.

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

München. Siemens hat die Nachfolge für Aufsichtsratschef Gerhard Cromme auf den Weg gebracht. Der frühere SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe solle im Anschluss an die Hauptversammlung 2018 zum Nachfolger von Gerhard Cromme gewählt werden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. "Herr Snabe verfügt über eine tiefe industrielle Expertise bei Software und Digitalisierung", erklärte Siemens-Chefaufseher Cromme zu dem früheren SAP-Co-Chef.

Pochen auf Mitbestimmung

Die Entscheidung zu der Cromme-Nachfolge wurde von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat begrüßt. Snabe verfüge über "große Erfahrungen im IT-Sektor und kann mit seiner Kompetenz das Unternehmen in der Digitalisierung voranbringen und die industrielle Basis, wo viele Beschäftigte arbeiten, stärken und weiterentwickeln", erklärte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin und Aufsichtsratsvize Birgit Steinborn. Zugleich betonte sie: "Ich gehe davon aus, dass er auch die Interessen der Arbeitnehmer und die Mitbestimmung als wesentlichen Bestandteil des Unternehmens berücksichtigt."

Zuvor hatte das Unternehmen überraschend die Zahlen für das Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) bekanntgegeben. Demnach stieg der Überschuss des Unternehmens unter dem Strich um ein Viertel auf 1,9 Milliarden Euro. Der Erlös stieg um ein Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe gerechnet wäre er um 3 Prozent geklettert. Der Auftragseingang ging um 14 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro zurück. Hier fehlten die großen Kraftwerksaufträge aus Ägypten, die im Vorjahreszeitraum für einen Orderschub gesorgt hatten.

Zur bisherigen Politik von US-Präsident Donald Trump sagte er vor Beginn der Hauptversammlung in München: "Es besorgt uns schon, es besorgt mich persönlich, dass wir Töne hören, die bisher zu unserer Wahrnehmung dieses Landes nicht passten." Die USA stünden für eine Tradition von Freiheit, Weltoffenheit und Integration von Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft. Zwar sei das Streben nach mehr Sicherheit verständlich. Es wäre aber "sehr schade", wenn man die Errungenschaften aufgeben würde, sagte Kaeser. Er ließ durchblicken, dass man sich auch auf mögliche Auswirkungen von Trumps Politik auf das wichtige US-Geschäft vorbereite. Zugleich mahnte er auch zu Besonnenheit.

Medizintechnik stärken

Die Siemens-Führung hält sich die Details seiner Börsenpläne für die Medizintechnik-Sparte weiter offen. Kaeser bat die Aktionäre um Verständnis, dass man sich noch nicht zu Zeitpunkt und Umfang äußern wolle. Zugleich betonte er, dass die Börsenpläne für die Medizintechnik einen anderen Verlauf nehmen sollen als im Falle von Osram. Die ehemalige Licht-Tochter war nicht über einen klassischen Börsengang in die Selbstständigkeit gestartet, vielmehr bekamen die Aktionäre für je 10 Siemens-Aktien ein Papier von Osram ins Depot gebucht. Siemens ist mittlerweile noch mit 17,5 Prozent an Osram beteiligt. Die Medizintechnik hingegen solle bei Siemens gestärkt werden, sagte Kaeser weiter. Das Unternehmen hatte die Börsenpläne für die ertragreiche Sparte zur Bilanz-Pressekonferenz im November angekündigt.

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