Deutsche Bank sammelt mehr Geld als veranschlagt ein
Erfolg im Eiltempo

Die Deutsche Bank hat sich mit einer Kapitalerhöhung im Eiltempo Luft für Wachstum verschafft und macht ihren Aktionären Hoffnung auf höhere Dividenden. Am Dienstag meldete der Finanzkonzern bereits erfolgreichen Vollzug des am Montagabend überraschend angekündigten Schrittes.

Durch Platzierung von 90 Millionen neuen Aktien seien 2,96 Milliarden Euro bei institutionellen Anlegern eingesammelt worden, teilte die Bank mit. Damit lag der Erlös sogar über dem angestrebten Ziel von 2,8 Milliarden Euro. Mit dem Schritt will die Bank die Diskussion über ihre Finanzausstattung beenden. Analysten hatten dem deutschen Branchenprimus seit dem Amtsantritt der Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 seine im Vergleich zu Konkurrenten schlechteren Kapitalquoten vorgehalten und damit die vergleichsweise schwache Entwicklung des Aktienkurses begründet. Jain sagte: "Die Botschaft war klar: Die Verbesserung der Kapitalquote ist eine Kernherausforderung." Nun werde die Bank im direkten Vergleich mit ihren weltweiten Wettbewerbern "zu einer der am besten kapitalisierten Banken".

Im ersten Quartal 2013 war der Gewinn unerwartet kräftig angestiegen: Der Überschuss legte auf rund 1,7 (Vorjahreszeitraum: 1,4) Milliarden Euro zu. Im Schlussquartal 2012 hatte die Bank wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 2,5 Milliarden Euro Verlust geschrieben. Vor allem geringere Verluste der konzerneigenen Abbausparte trieben den Gewinn nun an. Im operativen Geschäft ging es in den meisten Sparten leicht aufwärts, das Investmentbanking musste allerdings Federn lassen.

Stellen abgebaut

Erste Früchte trug der Konzernumbau: Der angekündigte Stellenabbau im Investmentbanking sei praktisch abgeschlossen, sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Der Konzern hatte angekündigt, 1900 Arbeitsplätze, davon 1500 im Investmentbanking, abbauen zu wollen. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende März 97 794 Vollzeitkräfte und damit 2888 weniger als ein Jahr zuvor.
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