09.07.2017 - 21:52 Uhr
Deutschland & Welt

E-Mobilität Ministerin fordert mehr Tempo

Fahrverbote für schmutzige Diesel? Nur das letzte Mittel, meint Barbara Hendricks. Doch klar sei: Die Autohersteller müssten sich bewegen. Die IG Metall fürchtet um Tausende Jobs, wenn Industrie und Politik sich nicht einigen.

E-Auto-Technologie soll nicht aus den USA (im Bild ein Tesla), sondern aus Deutschland kommen. Dies fordert Umweltministerin Barbara Hendricks mit Blick auf das "Nationale Forum Diesel" im August. Bild: Chuck Burton/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Die Bundesumweltministerin mahnt die Autobauer zu mehr Tempo beim Umstieg auf alternative Techniken wie den Elektroantrieb. "Wenn die deutsche Autoindustrie so weitermacht wie bisher, wird sie in spätestens zehn Jahren auf dem Weltmarkt ernste Probleme haben", so die SPD-Politikerin.

Der Druck aus anderen Ländern nehme zu, vor allem aus China, sagte sie. "Und das ist auch gut so." Die Autoindustrie hierzulande sei in der Vergangenheit weltweit erfolgreich gewesen, weil die besten technologischen Innovationen aus Deutschland kamen. "Warum soll das nicht auch bei alternativen Antrieben so sein?"

Hendricks weiter: Die Autoindustrie sei jetzt in der Verantwortung, dass es nicht zu Fahrverboten für schmutzige Dieselfahrzeuge kommt. So habe der Diesel eine steuerliche Bevorzugung nur verdient, wenn er sein Umweltversprechen einhält. "Im Moment sieht es nicht danach aus." Auch schlug die Ministerin vor, angesichts der hohen Dieselquote bei Dienstwagen Steuerprivilegien an Emissionen zu koppeln. Von 2008 bis 2016 ist die Zahl der Diesel-Pkw um mehr als 44 Prozent gestiegen. Auch 2016 war die Luft in den Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet.

Die IG Metall warnte, mögliche Fahrverbote hätten "gravierende Auswirkungen in den unterschiedlichsten Bereichen". Weil viele ihre Produktion verstärkt auf Otto-Motoren umstellten, wodurch "etliche tausend Arbeitsplätze auf der Kippe stehen", schrieb Gewerkschaftschef Jörg Hofmann in einem Brief an Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Hofmann forderte, rasch "wirksame Übergangslösungen zu verabreden". Für den 2. August ist ein "Nationales Forum Diesel" geplant, an dem Autohersteller sowie verschiedene Ministerien teilnehmen sollen.

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