Eine Studie aus Unternehmersicht: Bayern und seine Regionen im Vergleich

65 Seiten umfasst die Auswertung der vbw-Studie. Keine Überraschung: Produktivität, Einkommen und Kaufkraft sind in Bayern weit höher als im Bundesdurchschnitt, weil Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Zahl der Erwerbstätigen deutlich schneller wachsen. Auch die Arbeitslosenquote in Bayern ist weit geringer als im Bundesdurchschnitt.

Aufschlussreich ist die unternehmerische Bewertung der Standortqualität. Auf einer Skala von 0 bis 100 rangieren Oberbayern (78,7), Schwaben (74,4) und Mittelfranken (73,1) an der Spitze des Freistaats. Es folgen Unterfranken (68,7) vor der Oberpfalz (68,4) und Niederbayern (68,2). Das Schlusslicht bei der Standortqualität bildet Oberfranken (65,7). "Handlungsbedarf" sieht die Studie bei der Fachkräfte-Verfügbarkeit und bei der "sozio-kulturellen Infrastruktur". Gerade im ländlichen Raum sei der Zugang der Unternehmen zu Netzwerken und die "Ausstrahlung der guten Forschungseinrichtungen" verbesserungsfähig.

Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung liegt in Bayern bei 27 Prozent - und damit signifikant über dem bundesdeutschen Vergleichswert von 23 Prozent. Den Vorsprung als Industriestandort konnte der Freistaat in den vergangenen Jahren sogar ausbauen. "Die Bereiche Humankapital und Innovationsumfeld sind eine Stärke Bayerns. (...) Auf der Habenseite stehen hohe Forschung + Entwicklung, Patent- und Ingenieurdichten (...), die typische Kennzeichen von Hochtechnologiestandorten sind."
In der "Dynamik-Betrachtung" der Regierungsbezirke liegen die Oberpfalz und Oberfranken an der Spitze. Hier verlief der Abbau der Arbeitslosigkeit besonders günstig. In der Oberpfalz leben 47 Prozent der Einwohner in ländlich geprägten Regionen. "Die Stadt Regensburg bildet hier ein Verdichtungszentrum." Der Anteil der Industrie in der Oberpfalz ist überdurchschnittlich hoch (30,9) und liegt 10 Punkte über dem Bundesdurchschnitt von 20,9. Gute Noten bekommen in der Oberpfalz der Arbeitsmarkt mit niedriger Arbeitslosenquote (3,5 Prozent) und die Arbeitsplatzversorgung. Zufriedenheit besteht auch mit der Wissens- und Bildungsinfrastruktur. "Produktivität, Einkommen und Kaufkraft sind im Bayernvergleich zwar unterdurchschnittlich. Die soziale Lage ist aber etwas besser, wie die niedrige ALG-II-Quote und der geringe Anteil privater Schuldner veranschaulichen." (cf)

Die Studie im Wortlaut: www.oberpfalznetz.de/vbw-studie
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