Energiewirtschaft: Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Kollaps aus der Steckdose?

Ein Elektroauto des Typs Tesla S an der Stromtankstelle. Bild: Lino Mirgeler/dpa

München. Das Stromnetz in den Autoländern Bayern und Baden-Württemberg ist nach Brancheneinschätzung nicht auf die erwartete Verbreitung von Elektroautos und Wärmepumpen vorbereitet. Die Energiewirtschaft geht davon aus, dass nach Abschaltung der letzten Akws 2022 deutlich höhere Lastspitzen auftreten als bisher.

Bayern und Baden-Württemberg wollen Vorreiter bei der Elektromobilität sein. Laut aktuellem Netzentwicklungsplan wird Süddeutschland aber künftig zwischen einem Viertel und der Hälfte des Strombedarfs importieren müssen.

"Wenn sämtliche bayerische Haushalte ein Elektroauto hätten und alle gleichzeitig abends auf die induktive Ladeplatte mit 11 kW fahren würden, bräuchten wir eine Leistung von 77 Gigawatt", sagt der Stromfachmann. Das wäre ein Vielfaches des derzeit höchsten Leistungsbedarfs in Bayern von 12,5 Gigawatt. Das werde so nicht eintreten, sagt Fischer - "weil die Akkus größer werden und daher alle Fahrzeuge nicht jeden Abend laden werden".

Für den Normalfall erwartet der Stromfachmann keine Probleme bei der Stromversorgung. "Aber die Redundanzen, die wir früher hatten, sind weniger geworden, es ist halt weniger "Luft" im System".
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Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 21.08.2017 | 12:08  
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