Eon, Bundesnetzagentur und Netzbetreiber Tennet einigen sich auf Weiterbetrieb des Kraftwerks ...
"Das Rückgrat der Energiewende"

Der Block 5 des Gaskraftwerks Irsching in Vohburg an der Donau (Oberbayern). Irsching 5 ging erst im Mai 2010 ans Netz. Bild: dpa
Das Gaskraftwerk Irsching bei Ingolstadt bleibt trotz seiner Unwirtschaftlichkeit vorerst am Netz. Das Energieunternehmen Eon, die Bundesnetzagentur und der Netzbetreiber Tennet einigten sich auf die Bedingungen des Weiterbetriebes. "Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte gewesen, wenn die klimaschonendsten Gaskraftwerke weltweit im Zuge der Energiewende hätten abgeschaltet werden müssen", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Freitag bei einem Besuch des Kraftwerks mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in Vohburg an der Donau. "Diese beiden Kraftwerke sind das Rückgrat der Energiewende."

Eon stellt die nächsten drei Jahre rund 1400 Megawatt Kapazität zur Verfügung. Im Gegenzug vergütet der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet die Fixkosten der Blöcke Irsching 4 und 5 entsprechend der Anzahl der Einsätze zur Netzstabilisierung. Zum Atomausstieg werden Gaskraftwerke gebraucht, um Schwankungen bei der Wind- und Sonnenenergie abzufedern. Wegen des Einspeisevorrangs für Ökostrom lassen sich Gaskraftwerke aber kaum noch wirtschaftlich betreiben.
Der österreichische Energiekonzern Verbund will die Wasserkraft in Bayern weiter ausbauen. Bis 2020 seien Investitionen von 900 Millionen Euro in die Wasserkraftwerke an Inn und Donau geplant, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Anzengruber am Freitag in München. Dabei gehe es vor allem um eine Verbesserung der Effizienz der bestehenden Anlagen. Die Bedeutung der Wasserkraft bei der Energieerzeugung werde immer noch unterschätzt: "Wasserkraft ist die einzige erneuerbare Energie, die wettbewerbsfähig ist." Die Verbund AG hatte acht Wasserkraftwerke von Eon in Bayern übernommen, darunter das Kraftwerk Jochenstein sowie das Kraftwerk in Nußdorf am Inn (Oberbayern). Damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben zum größten Wasserkrafterzeuger in Bayern aufgerückt. Eon erhält im Gegenzug einen 50-prozentigen Anteil von Verbund an einem türkischen Unternehmen.

Verbund ist der größte Stromerzeuger in Österreich mit einem Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. 2009 hatte das Unternehmen bereits 13 Wasserkraftwerke von Eon Bayern übernommen.
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