29.03.2017 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

EU-Kommission untersagt Fusionsvorhaben zwischen der Deutschen Börse un der LSE Börsen-Fusion: Endgültiges Aus

Die Deutsche Börse scheitert auch im dritten Anlauf mit dem Versuch zur Fusion mit der Londoner Börse LSE. Der Fehlschlag hatte sich schon länger abgezeichnet

Die EU bestimmt das Scheitern der Fusion zwischen der Deutschen Börse und der LSE. Carsten Kengeter, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG, dürfte darüber die Nase rümpfen. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Brüssel/Frankfurt. Die Börsenfusion Frankfurt-London ist endgültig geplatzt. Die EU-Kommission untersagte das Vorhaben am Mittwoch. Der Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und London Stock Exchange "hätte den Wettbewerb erheblich eingeschränkt", begründete Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel die Entscheidung. Ihr Argument: Auf dem Markt für die Abwicklung festverzinslicher Finanzinstrumente hätte die Fusion "ein De-facto-Monopol" geschaffen. "Die europäische Wirtschaft benötigt gut funktionierende Finanzmärkte", betonte sie. "Dies ist nicht nur für Banken und andere Finanzinstitute wichtig. Die gesamte Wirtschaft profitiert davon, wenn Unternehmen auf wettbewerbsorientierten Finanzmärkten Geld aufnehmen können."

Dritter Versuch scheitert

Damit scheiterte auch im dritten Anlauf der Versuch, aus den beiden Börsenbetreibern ein europäisches Schwergewicht unter den Finanzplätzen zu schmieden. Spätestens seit sich die London Stock Exchange (LSE) Ende Februar weigerte, eine weitere Auflage der EU-Wettbewerbshüter zu erfüllen und ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu veräußern, galt das Projekt als gescheitert. Die LSE hatte seinerzeit mitgeteilt, der Konzern gehe nicht mehr davon aus, dass die Kommission die Fusion genehmigen werde. Das Votum der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hatte Milliarden-Projekt zusätzlich erschwert. Vor allem die Frage des rechtlichen Sitzes wurde seither noch kritischer gesehen als zuvor.

Fusion erheblich belastet

Das Vorhaben wurde zudem durch Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wegen des Verdachts auf Insiderhandel belastet. Er sollte Chef des Gemeinschaftsunternehmens werden, die Mehrheit sollten die Aktionäre der Deutschen Börse mit gut 54 Prozent halten. An der LSE hat sich die Deutsche Börse schon zwei Mal vergeblich versucht: 2000 scheiterte der Plan zu einer Fusion mit den Londonern. 2005 torpedierten dann Hedgefonds den erneuten Griff nach der LSE und jagten den damaligen Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert aus dem Amt. Am Mittwoch erklärte Kengeter: "Die Deutsche Börse ist auch allein sehr gut aufgestellt, um im globalen Wettbewerb mit anderen Börsenbetreibern bestehen zu können."

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