11.02.2018 - 21:52 Uhr
Deutschland & Welt

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager: Versuchung für Hersteller "offenkundig groß" Autoindustrie anfällig für Kartelle

Berlin/Brüssel. Die Autoindustrie ist laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager anfällig für Kartelle. Es habe bereits zehn Kartelle in der Autoindustrie gegeben. "Wenn Produkte sich sehr ähnlich sind und es schwer ist, sich über die Qualität zu unterscheiden, ist die Versuchung für Hersteller offenkundig groß, sich abzusprechen, um den Markt oder Aufträge aufzuteilen."

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf einer Pressekonferenz. Bild: Virginia Mayo/dpa
von Agentur DPAProfil

Nach einem "Spiegel"-Bericht über jahrelange Geheimabsprachen bei mehreren deutschen Autobauern prüft die EU-Kommission derzeit den Verdacht der Kartellbildung. BMW, Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen Informationen über Modelle, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben - möglicherweise zulasten des Wettbewerbs und der Verbraucher.

"Wir gehen sehr gründlich vor, denn es ist ja durchaus erlaubt, dass Unternehmen bei Forschung und Entwicklung kooperieren. Manches kann ein einzelnes Unternehmen gar nicht allein stemmen." Aber die Kommission müsse auch prüfen, "ob und wo sich die Autokonzerne in Grauzonen bewegen". Sie hoffe, die Untersuchung könne in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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